Durch Hegnach rollt offenbar kein nennenswerter Schleichverkehr.. Foto:  

Die Sorge, Hegnach werde angesichts des Stuttgarter Fahrverbots für Altdiesel zusätzlich belastet, hat sich in einer Verkehrsuntersuchung nicht bestätigt. Im Gegenteil: Teils ist die Fahrzeugzahl auf der Neckarstraße sogar gesunken.

Fremdstaub - Irgendwo müsse er ja wohl hinrollen, jener Verkehr, der seit dem 1. Januar in der Landeshauptstadt Stuttgart nicht mehr erwünscht ist – die alten Dieselfahrzeuge bis Euro-Norm vier also, für die ab dem Fellbacher Kappelbergtunnel seit Jahresbeginn ein Fahrverbot gilt. Womöglich verpeste und belästige ein erklecklicher Anteil jener feinstaubproduzierenden Problemkarossen nun die quer durch Hegnach verlaufende Verbindung gen Remseck und deren ohnehin geplagte Anwohner, so lautete die Sorge im Waiblinger Gemeinderat.

Keine Zunahme des Verkehrsaufkommens

Ein von dem Gremium in Auftrag gegebenes Gutachten bietet allerdings nicht das befürchtete Ergebnis. Die jetzt im Planungsausschuss des Gemeinderats vorgestellte Verkehrsuntersuchung konstatiert: Im Stadtteil Hegnach an der gen Remseck führenden Neckarstraße sei keine nennenswerte Zunahme des Verkehrsaufkommens messbar. Mithin bestehe auch – so die mitschwingende Folgerung für das ohnehin schwer identifizierbare Diesel-Schleichverkehr-Problem – kein Verdacht auf eine größere Menge an Altdieseln, die via Waiblingen Stuttgart umschleichen.

Im April diesen Jahres, so lauten die konkreten Werte der Verkehrszählung in Hegnach, seien auf der Neckarstraße an dem Zähltag genau 16 561 Fahrzeuge unterwegs gewesen. Bei der jüngsten Zählung vor dem Start des Fahrverbots in Stuttgart waren es anno 2017 auf Höhe der Hegnacher Flurstraße deren 16 492. Die Aussage von Enrico Puschke von dem beauftragten Ingenieurbüro Karajan in Sachen Schleichverkehr: „Wir können keine Verkehrsverlagerung feststellen.“

Keine Notwendigkeit für Abwehrmaßnahmen

Aus diesem Grund, so der Verkehrsingenieur weiter, sei es auch nicht angebracht, über irgendwelche Maßnahme zur Umlenkung oder Einschränkung des durch Waiblingen oder an Waiblingen vorbei fließenden Verkehrs nachzudenken. Im Zuge ihres Antrags auf Untersuchung des befürchteten Phänomens hatte die Fraktion der Alternativen Liste (Ali) im Frühjahr unter anderem Möglichkeiten wie Tempolimits oder verkehrsbremsende Schwellen ins Spiel gebracht.

Nun berichtete Puschke, dass eine erste Zählung im Februar dieses Jahres sogar nur 14 018 Fahrzeuge am Tag ergeben habe und damit deutlich unter den Zahlen von 2017 und im April gelegen sei. Hier seien die Verkehrsexperten aber zu dem Schluss gekommen, dass dies wohl ein entweder jahreszeitlich oder durch anderweitige Verkehrsstörungen bedingter Ausreißer war. Auch an der Dauermessstelle des Landes an der Hegnacher Höhe sei die Entwicklung der Verkehrszahlen konstant. Seit 2007 hat dort die tägliche Fahrzeugzahl um rund zehn Prozent zugenommen, von knapp 17 800 auf  gut 19 400 – dies aber komplett unabhängig von den Stuttgarter Dieselfahrverboten. Kein Indiz für stärkere Belastungen ergeben sich offenbar auch aus den – ebenfalls im Ausschuss vorgestellten – Werten für die Luftbelastung in Waiblinger Stadtteil Hohenacker. Laut den Messungen der Landesanstalt für Umwelt Baden Württemberg (LUBW) lagen dort die Werte für Stickoxide zwischen Januar und März 2019 mit 31 bis 34 Mikrogramm pro Kubikmeter deutlich unter dem bei 40 Mikrogramm angesiedelten Grenzwert.

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