Die Jugendwochen-Band rockt das ehemalige Dietrich-Bonhoeffer-Haus. Foto: Gottfried Stoppel

Mehrere Tage volles Programm hat die neue Jugendkirche in Waiblingen zu ihrer Eröffnung geboten. Das Finale bildete ein Jugendgottesdienst anlässlich der Churchnight.

Waiblingen - Bühnennebel zieht durch den Raum, durch den bunte Scheinwerferlichter flirren. Die Lautsprecherboxen dröhnen. Eine Band spielt. Doch es ist keine Discofete, die hier am Montagabend im ehemaligen Dietrich-Bonhoeffer-Haus steigt, sondern der erste Jugendgottesdienst der in der neuen Jugendkirche gefeiert wird. Denn das frühere Gemeindehaus hat, nachdem sich die evangelische Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde mit jener der Michaelskirche zu einem Gemeindebezirk zusammengeschlossen hat, eine neue Bestimmung gefunden. Die Jugendverbände Christliche Pfadfinder, CVJM und Evangelisches Jugendwerk (ejw) haben die Jugendkirche gemeinsam eingerichtet.

Jugendliche Mitarbeiter planen und organisieren mit

„Es gibt zwar schon ein paar Jugendkirchen in Württemberg, aber im Kirchenbezirk Waiblingen, der von Fellbach bis Winnenden reicht, ist diese Einrichtung einmalig“, sagt der Jugendreferent und Diakon, Daniel Paul. Künftig will er „verlässlich alle zwei Monate“, einen Jugendgottesdienst für Zwölf- bis 14-Jährige dort veranstalten – „von der Jugend für die Jugend organisiert“. Denn Unterstützung erhalte er dabei als einziger Hauptamtlicher nicht nur von erwachsenen Ehrenamtlichen sondern vor allem auch von einem rund 20-köpfigen Team an jugendlichen Mitarbeitern im Alter von 15 bis 20 Jahren.

Dieses habe ihm auch bereits bei der Planung der Jugendwoche geholfen, deren Abschlussveranstaltung der Gottesdienst an diesem Montag ist. So war seit der Eröffnung der Jugendkirche am Donnerstag, an dem der Dekan Timmo Hertneck und die Waiblinger Baubürgermeisterin Birgit Priebe teilnahmen, bereits jeden Tag dort einiges an Programm geboten: von einer Zaubershow bis hin zu Konzert-, Kino- und Casinoabende. Zudem fand eine ganze Reihe an Workshops statt. Dabei wurde kreativ gekocht, Gitarre und Cajon spielen geübt, sich im Graffiti sprayen probiert und Schlagfertigkeit in einem Selbstverteidigungskurs trainiert.

Bis zu 130 Besucher kommen zu den Jugendwochen-Veranstaltungen

Daniel Paul ist mit der Beteiligung an der Jugendwoche sehr zufrieden. „An den Workshops haben insgesamt 40 Jugendliche teilgenommen und bei den Abendveranstaltungen waren bis zu 130 da“, berichtet er. Dennoch werde es keine zweite Auflage der Jugendwoche, für für deren Programm man von Firmen Unterstützung erhalten habe, geben. „Das war ein Paukenschlag zum Auftakt.“

Im Jugendgottesdienst, mit dem sich die Jugendkirche an der Churchnight des ejw beteiligt, präsentieren einige der Teilnehmer, was sie in den Workshops gelernt und erschaffen haben. Dieser ist nämlich mehr als nur fetzige Beats, mit denen die Jugendwochen-Band das ehemalige Gemeindezentrum rockt und die rund 100 Besucher zum Mitsingen der christlichen Lieder auf Deutsch und Englisch animiert, deren Texte auf eine Beamerleinwand projiziert sind. Es gehören auch stille Momente dazu, etwa wenn Jasmin Oestringer, Absolventin der Evangelischen Missionsschule Unterweissach, als Gastpredigerin spricht und den Jugendlichen „einen coolen Kerl“ aus der Bibel vorstellt: Nikodemus, der Jesus über den Weg zu Gott befragt.

Churchnight: Mit der Abschlussveranstaltung ihrer Jugendwoche hat sich die Waiblinger Jugendkirche zugleich an der Churchnight beteiligt. Vor zehn Jahren hat das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (ejw) diese Kampagne ins Leben gerufen, die mittlerweile bundesweit von jungen Christen anlässlich des Reformationstags gefeiert wird. Bei der diesjährigen Churchnight, die unter dem Motto „Ein Teil des Ganzen“ stattfand, machten mehr als 800 Kirchengemeinden mit und organisierten dazu mehr als 1000 Veranstaltungen.

Reformationsjubiläum: Aber nicht nur die junge Protestanten gedachte am Montagabend der Reformation. Zum Auftakt von deren 500-Jahr-Jubiläum hatte die evangelische Landeskirche in Württemberg in die Backnanger Stiftskirche St. Pancratius eingeladen. Unter dem Motto „Sag mir, was du glaubst“ feierten evangelische, mennonitische und katholische Christen gemeinsam einen ökumenischen Gottesdienst. Dieser war zugleich die Abschlussveranstaltung der Festwochen zum 900-Jahr-Jubiläum der Stiftskirche.

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