Mittels Schienen wurde der 120 Jahre alte Leuchtturm bewegt. Foto: dpa/Hans Ravn

Wegen drohender Absturzgefahr wurde ein 700 Tonnen schwerer Leuchtturm an der Küste Dänemarks um 70 Meter ins Landesinnere versetzt. In weniger als zehn Stunden war der Umzug geschafft.

Kopenhagen - Im Nordwesten Dänemarks ist ein 120 Jahre alter Leuchtturm wegen der Erosion der Nordseeküste landeinwärts verlegt worden. Der inzwischen nicht mehr verwendete Leuchtturm Rubjerg Knude Fyr sei auf Rollen 70 Meter landeinwärts versetzt worden, sagte der für den Umzug verantwortliche Kjeld Pedersen am Dienstag. Die Verlegung dauerte weniger als die erwarteten zehn Stunden.

Der Leuchtturm befindet sich auf einer Klippe 60 Meter über dem Meeresspiegel, rund 15 Kilometer westlich von Hjørring. Als er 1900 in Betrieb genommen wurde, befand er sich rund 200 Meter von der Küste. Die kontinuierliche Erosion trug dazu bei, dass er zu Beginn der Verlegung am Dienstag nur noch etwa sechs Meter von der Küste weg war. Die Verlegung wurde am Dienstag live von dänischen Nachrichtenmedien ausgestrahlt.

Viel besuchtes Wahrzeichen

Das dänische Umweltministerium gab fünf Millionen Kronen (rund 669.000 Euro) für den Schutz des Leuchtturms aus. Andernfalls hätte der Leuchtturm nach Angaben von Behördenvertretern auseinandergenommen werden müssen. Umweltministerin Lea Wermelin bezeichnete den weißen Leuchtturm als „nationalen Schatz“. Auch Hjørrings Bürgermeister Arne Boelt und seine Stadt beteiligten sich an den Kosten für die Verlegung. Der Leuchtturm wird seit 1968 nicht mehr als solcher benutzt. Er war vorübergehend ein Museum. Der Leuchtturm wird jedes Jahr noch immer von mehr als 250.000 Besuchern aufgesucht.

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