Giuliana Di Donna repräsentiert in den nächsten Jahren Winnenden. Foto: /Gottfried Stoppel

Giuliana Di Donna setzt sich gegen sieben Konkurrentinnen durch und wird für drei Jahre zum „Winnender Mädle“ gekürt .

Winnenden - Eigentlich hätte die Wahl bereits Anfang April stattfinden sollen. Aber Corona hat – wie bei vielem anderen – auch bei der Wahl des neuen „Winnender Mädles“ zunächst einmal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Unter ganz speziellen Bedingungen, mit Maske, Abstand und natürlich unter Beachtung aller geltenden Hygieneregeln ist die Wahl jetzt, mit drei Monaten Verspätung, nachgeholt worden. Acht junge Frauen hatten sich beworben; gewonnen hat die 18-jährige Giuliana Di Donna. Wegen der besonderen Lage trägt sie den Titel nun für knapp drei anstelle der üblichen zwei Jahre.

Erst Vorstellung dann Fragerunde

Es sei eine extrem schwierige Wahl: Das hatte Celine Traub, die derzeit noch das „Winnender Mädle“ ist und diesmal mit in der Jury saß, schon nach den ersten zwei Vorstellungsrunden gesagt. Umso mehr, als es relativ viele „wirklich hervorragende“ Kandidatinnen gab. In der ersten Runde hatten sich die acht Bewerberinnen im Rathaus persönlich vorgestellt. Im zweiten Durchgang mussten sie sich vor der Jury bewähren, die dann darüber befand, wer für das repräsentative Ehrenamt am besten geeignet ist.

Ein Lieblingsplatz in Winnenden war ebenso gefragt wie Ecken der Stadt, die vielleicht nicht ganz so gefallen; zudem mussten die jungen Frauen ein attraktives Programm für Tagestouristen vorschlagen und auch sonst Lokalkenntnis beweisen. Interessiert hat die Jurymitglieder natürlich auch, was die Bewerberinnen aus ihrem Leben machen wollten – unabhängig von dem Wunsch, „Winnender Mädle“ zu werden. Für Giuliana Di Donna ist der nächste Schritt nach dem Abitur schon klar: Die Tochter eines Italieners und einer Winnenderin will Medizin studieren. Zudem hat die Juroren die Art, wie die Anwärterinnen im Bereich Social Media – bei Instagram, Facebook oder Twitter – unterwegs sind, besonders stark interessiert.

Im Finale geht es um Social-Media-Profile

Ein Umstand, der sich in der Finalrunde erklärte, die neben der späteren Siegerin auch Briska Wahlenmaier (20) und Celine Wichtrup (21) erreicht hatten. Dort nämlich lautete die anspruchsvolle Aufgabe, binnen zehn Minuten auf einer Flipchart ein komplettes Konzept für ein eigenes Social-Media-Profil als „Winnender Mädle“ zur erstellen. Vor allem, was die dabei gewünschte Einbeziehung der Jahreszeiten in Winnenden samt der jeweils zugehörigen Lieblingsveranstaltungen, Freizeittipps und Lieblingsorte angeht, überzeugte Giuliana Di Donna die Jury. Sie habe ihren gut strukturierten Plan für ein Instagram-Profil souverän und lebhaft vorgetragen. Nachfragen zeigten, dass sie auch mit den erforderlichen Techniken vertraut ist.

Dennoch sei, da herrschte Einigkeit in der Jury, die Entscheidung zwischen den drei Finalistinnen ziemlich schwergefallen. Die Siegerin wiederum freute sich mit strahlendem Lachen über „die Ehre, Winnenden in den kommenden Jahren vertreten zu dürfen“. Bis zum ersten Auftritt werden allerdings noch einige Wochen ins Land gehen. Zunächst wird das neue Mädleskleid von der Jurorin Marlene Drummer maßgeschneidert. Denn diese Maßanfertigung gehört ebenso zu dem Ehrenamt wie ein Dienstauto und ein Sparbuch.

Bei der nächsten Wahl, so deutete es der Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth bereits an, könnten diese Insignien auch einem jungen Mann verliehen werden. Zwar gibt es historisch nur das „Winnender Mädle“; es geht auf den Minnesänger Gustav von Neuffen zurück. Doch angesichts einer zunehmenden Debatte über Rollenbilder und Genderfragen scheint es gut möglich, dass es künftig auch ein „Winnender Büble“ geben könnte.

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