Wagenburgstraße in Stuttgart-Ost Entscheidung über Busspuren aufgeschoben

Von Josef Schunder 

Die Parkplätze könnten einer Busspur Platz machen müssen Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Die Parkplätze könnten einer Busspur Platz machen müssen Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Die Busse der Linie 40 fahren auf der Wagenburgstraße zwischen Ostendstraße und Wagenburgtunnel häufig bis zu neun Minuten Verspätung ein. Busspuren könnten den Verkehr beschleunigen. Doch das ist auch nicht unproblematisch.

Stuttgart - Die Busse der SSB-Linie 40 sollen auf der Wagenburgstraße in Stuttgart-Ost nicht mehr von Staus ausgebremst werden. Um die häufigen Verzögerungen von vier bis neun Minuten auf dem Abschnitt zwischen der Ecke Wagenburgstraße/Ostendstraße und dem Ostportal des Wagenburgtunnels aus der Welt zu schaffen, haben die Grünen im Gemeinderat Busspuren in beiden Richtungen gefordert – und die städtischen Verkehrsplaner könnten sich zumindest einen einjährigen Versuch vorstellen. Ob es dazu kommt, blieb am Dienstag im Umwelt- und Technik-Ausschuss aber noch offen.

Die AfD würde für die Autos viele Bäume opfern

Der Test, sagte Stephan Oehler vom Stadtplanungsamt, könnte nach den Sommerferien beginnen. Dass es vorerst beim Versuch bleiben soll, hängt mit einigen Schwierigkeiten und den ungewissen Folgen zusammen: Die Straße hat nur eine Breite von 5,75 Metern. Dadurch ist auch kein eigener Radweg möglich, sondern Radfahrer und Busse sollen in der Testphase teilweise auf die selben Fahrbahnbereiche angewiesen sein. Denn Busspuren würden auch zahlreiche Autoparkplätze am Straßenrand zum Opfer fallen. Wenn man, wie vorgeschlagen, die Busspuren in drei Stufen einführen würde, wären es zunächst gut 60 Parkplätze, später gut 80. Deshalb gibt es auch massive Vorbehalte gegen Busspuren, nicht nur in Stuttgart-Ost. AfD-Stadtrat Eberhard Brett empfahl sogar, den Mittelstreifen im oberen Abschnitt der Wagenburgstraße und die Bäume den Autos zu opfern. Vor allem die SPD empfiehlt, ein städtisches Grundstück am Tunnelportal als Interimsparkplatz zu nutzen, bis klar ist, wie sich die Einführung des Parkraummanagements auswirkt. Die Parkraumbewirtschaftung soll am 1. Dezember beginnen und mit illegalem Parken in der Umgebung Schluss machen.

Bevor man über den Versuch mittels Fahrbahnmarkierungen und Schildern entscheidet, wollen die Stadträte aber erst noch mehr Informationen von der Stadtverwaltung. Die soll es in den nächsten Wochen geben. SSB-Vorstandschef Wolfgang Arnold hat bereits keinen Zweifel daran gelassen, dass die Verkehrsbetriebe sehr an diesem Versuch interessiert sind. Beim 40er rede man von einer wichtigen Linie.

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