Will weiter wachsen: der Automobilzulieferer Läpple in Heilbronn Foto: Läpple

Der Heilbronner Automobilzulieferer Läpple will weiter kräftig wachsen und schafft neue Stellen. In China soll ein neues Werk gebaut werden, der bestehende Standort in Indien wird erweitert. Und auch am Stammsitz wird kräftig investiert.

Heilbronn - Der Heilbronner Automobilzulieferer Läpple beginnt dieses Jahr mit dem Bau eines neuen Werkes im chinesischen Taicang. Dieses soll im kommenden Jahr den Betrieb aufnehmen und Produkte für den chinesischen Markt herstellen. Zudem wird das Werk der Tochtergesellschaft Fibro im indischen Pune erweitert. Dort sind rund 100 Mitarbeiter beschäftigt. Modernisiert wird im Augenblick auch der Stammsitz des Unternehmens in Heilbronn. Wie schon im vergangenen Jahr sollen auch 2019 insgesamt 38 Millionen Euro in Gebäude und neue Maschinen investiert werden.

Für das laufende Jahr strebe Läpple eine Steigerung des Umsatzes auf 550 Millionen Euro an, sagte Vorstandssprecher Klemens Schmiederer. 2018 war der Umsatz um knapp 18 Prozent auf 521 Millionen Euro gestiegen. Auch wegen der hohen Investitionen ging die Umsatzrendite aber auf weniger als fünf Prozent zurück. Das 1919 gegründete Familienunternehmen nennt traditionell keine Ertragszahlen, strebt aber eine Umsatzrendite zwischen fünf und sieben Prozent an. Die Zahl der Mitarbeiter war im vergangene Jahr um 150 auf 2700 gestiegen. Davon arbeiten knapp 1700 in Heilbronn und Umgebung, 780 in Teublitz bei Regensburg und 230 im Ausland.

Weitere Stellen sollen geschaffen werden

Im laufenden Jahr sollen weitere neue Stellen geschaffen werden, aber weniger als im vergangenen. Fachkräfte zu finden sei kein riesiges Problem, meinte der kaufmännische Vorstand Stephan Itter. Auch bei Ausbildungsplätzen gebe es weit mehr Bewerbungen als freie Stellen.

Den größten Teil seines Umsatzes macht das Unternehmen mit Lieferungen an die Autoindustrie, für die beispielsweise Karrosserieteile wie Türen oder Fahrzeugböden gefertigt werden. Dabei profitiere Läpple vom guten Anlauf der neuen 911er-Reihe von Porsche, aber auch von Lieferungen für die 8er-Reihe von BMW. Direkte Lieferungen an die Autoindustrie trugen im Jahr 2018 mit 317 Millionen Euro deutlich mehr als 50 Prozent zum Umsatz des Unternehmens bei.

Größere Vielfalt an Fahrzeugteilen

Rechnet man die Komponenten für Werkzeuge und die Automatisierungsanlagen der Töchter Fibro und Fibro Läpple Technology hinzu, bei denen Autohersteller ebenfalls zu den Kunden gehören, ergibt sich ein Anteil der Fahrzeugbauer von rund 80 Prozent des Umsatzes. Chancen sieht Läpple durch den Trend zu Elektroantrieben. Da sich Karosserien von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren und solche mit Elektroantrieb unterscheiden, könne eine größere Vielfalt an Fahrzeugteilen produziert werden. Zudem stellt Läpple Automatisierungsanlagen für die Produktion von Batterien her.

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