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Transparency International hat wegen der Schweinegrippe-Impfung schwere Vorwürfe gegen die Pharmaindustrie erhoben. Die Krankheit sei "katastrophenmäßig aufgebauscht" worden.

Berlin - Transparency International hat wegen der Schweinegrippe-Impfung schwere Vorwürfe gegen die Pharmaindustrie erhoben. Die Krankheit sei "katastrophenmäßig aufgebauscht" worden.

Die Grippe habe sich als "Papiertiger entpuppt", sagte Anke Martiny, Vorstandsmitglied der Anti-Korruptions-Organisation. Sie äußerte den Verdacht, "dass es im Wesentlichen den Anbietern der Impfstoffe genützt hat". Zudem kritisierte sie die Verbindungen von Mitgliedern der Ständigen Impfkommission (Stiko), die die Schweinegrippe-Impfung empfohlen hat, zu Pharmaherstellern. Im konkreten Fall "hätte von der Stiko der Nachweis erbracht werden müssen, dass Interessenkonflikte keine Rolle spielten", so die frühere SPD-Abgeordnete. Die Bundesregierung bestätigte, dass sie afrikanische Länder bei der Bekämpfung der Schweinegrippe mit 14 Millionen Euro unterstützt.

Millionen Krankenversicherten drohen unterdessen die ersten Zusatzbeiträge. Im Jahresverlauf müssen wohl immer mehr die acht oder mehr Euro im Monat zahlen. Es könnte sogar noch teurer werden, sollte der Staat angesichts der ab 2011 greifenden Schuldenbremse den Geldhahn drosseln. Trotz eines einmalig um 3,9 Milliarden erhöhten Zuschusses fehlen den Kassen 2010 fast vier Milliarden Euro. "Wir wissen nicht, ab wann die Zusatzbeiträge in welchem Umfang genau kommen - dass sie kommen, ist aber gewiss", so Kassenverbandschefin Doris Pfeiffer. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) kündigte am Sonntag mittelfristig die Reduzierung der Steuerfinanzierung für das Gesundheitswesen an.

Auch ein mögliches Aus der Praxisgebühr wird laut AOK Baden-Württemberg die Patienten finanziell nicht entlasten. Vorstandschef Rolf Hoberg: "Man muss genau hinschauen, ob im Geschenk nicht die bittere Pille der Leistungseinschränkung eingepackt ist." Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) stellte am Sonntag klar, dass die Praxisgebühr nicht ersatzlos abgeschafft werden soll. Im Koalitionsvertrag sei lediglich vereinbart, dass die Lenkungswirkung der Praxisgebühr überprüft wird.

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