Das Gebäude in der Voithstraße in Renningen soll Anfang 2025 fertig sein. Kurzfristige Änderungswünsche aus dem Rat lassen sich nicht mehr umsetzen.
Geeigneten Wohnraum für geflüchtete Menschen zu finden, wird für die Kommunen zur immer größeren Herausforderung. Der Gemeinderat Renningen hat daher den Vorschlag eingebracht, das geplante Modulgebäude in der Voithstraße zu erweitern und aufzustocken. Das funktioniert der Verwaltung zufolge aber jetzt nicht mehr – im Wesentlichen gibt es rechtliche Hindernisse.
In der Voithstraße gibt es bereits Unterkünfte für Menschen mit Fluchterfahrung sowie für Obdachlose. Bei der Suche nach weiteren Wohnungen bot sich die Straße aus Sicht der Stadt daher an. Auf einer bisher freien Fläche auf Höhe der Hausnummer 8 ist nun ein Mehrfamilienhaus in Modulbauweise vorgesehen. Das heißt, die Räume werden quasi fertig angeliefert und vor Ort nur noch zusammengesetzt. Das Haus wird zweigeschossig und Platz für sechs Wohneinheiten haben, sowohl für Familien als auch für Einzelpersonen. Auf das Dach kommt eine Photovoltaikanlage. Die fünf Parkplätze, die damit überbaut werden, sollen weiter nördlich größtenteils wiederhergestellt werden, berichtete Michael Kohler, Leiter der Abteilung Hoch- und Tiefbau im Rathaus. Nur ein Parkplatz fällt ganz weg. Insgesamt kommt das Projekt auf rund 1,7 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2025 angesetzt.
Zwei Stockwerke sind geplant
Die Pläne für die Voithstraße sind nicht neu. Bereits Ende 2022 stellte die Stadtverwaltung das Vorhaben erstmals dem Gemeinderat vor. Damals ging es noch um eine Containeranlage, inzwischen hat man sich auf eine Holz- und Betonkonstruktion geeinigt. Die zwei Stockwerke waren jedoch von Beginn an in der Planung fest verankert, woran seither auch nicht gerüttelt wurde.
Da sich die Situation für die Kommunen weiter zugespitzt hat, brachte Jürgen Lauffer von den Freien Wählern noch die Idee ein, „ob eine Aufstockung um ein drittes Stockwerk nicht sinnvoll wäre“. Zwar besteht die Voithstraße sonst aus zweigeschossigen Häusern, allerdings mit Schrägdach, wodurch die letztendliche Gebäudehöhe in seinen Augen nicht problematisch wäre – zumal sich das Gelände direkt am Übergang zum Gewerbegebiet befindet. „Hier hätten wir die Chance, Wohnraum zu gewinnen.“ Wolfgang Steudle von der CDU sah es ähnlich.
Gebäudehöhe ist nicht gleich Gebäudehöhe
Von der Verwaltung gab es dazu ein klares Nein, vor allem aus rechtlichen Gründen. Demnach ist Gebäudehöhe nicht gleich Gebäudehöhe. Häuser mit Flachdach werden nicht an der Firsthöhe der anderen Gebäude gemessen, also deren Dachspitze, sondern mit der sogenannten Traufhöhe. „Da hätten wir den Bebauungsplan erst umstellen müssen“, erklärte der Erste Beigeordnete, Peter Müller. Zudem habe die Stadt bereits den Förderbescheid für ein zweistöckiges Gebäude erhalten. Es bleibt daher bei der bisherigen Planung ohne drittes Stockwerk – bei zwei Gegenstimmen aus dem Rat.
Die Voithstraße ist nur einer von mehreren Standorten, an der in Renningen Flüchtlingsunterkünfte entstehen. Auf dem Festplatz ist erneut eine große Containeranlage vorgesehen. Vor mehreren Jahren standen dort schon einmal Container, damals allerdings noch vom Land betrieben. Auch im Vereinsdorf werden weitere Wohnplätze entstehen. Ein Projekt bei den Krautgärten in Malmsheim scheiterte an rechtlichen Schwierigkeiten.