Ob Torwarthandschuhe von Reusch, Puzzles von Ravensburger oder Fahnen von Dommer – schon lange vor dem Anpfiff laufen bei den Mittelständlern die Vorbereitungen für die Fußball-Europameisterschaft 2024.
Gute Vorbereitung ist alles. Passend zum Start der Heim-EM im Juni hat Spielehersteller Ravensburger verschiedene Puzzles mit Stars der deutschen Nationalmannschaft auf den Markt gebracht.
„Wir sind bereit für die Heim-EM, jetzt liegt der Ball bei der deutschen Nationalmannschaft“, sagt eine Sprecherin. Noch sei es zu früh, um einen Effekt zu erkennen, da die Puzzles erst im April auf den Markt gekommen sind und dann an Geschäfte und Onlinehändler ausgeliefert wurden. Stars der deutschen Nationalmannschaft sind als klassisches Puzzle mit 300 oder 1000 Teilen, als Puzzelball oder als 3D-Puzzle zum Aufbewahren von Stiften oder anderen Utensilien erhältlich. Jedes gelegte Puzzleteil könne so zum ganz persönlichen Heimspiel werden, heißt es bei Ravensburger. Je näher der Anpfiff rücke, desto größer dürfte die Nachfrage der Fans sein, ist man sich sicher.
Auch bei der Stuttgarter Fahnenfabrik Dommer, herrscht derzeit „noch Ruhe vor dem Sturm“, wie Geschäftsführerin Sylvia Kroneberg sagt. Als Ausstatter von Großereignissen ist Dommer für die Fußball-EM 2024 gewappnet und hat bereits frühzeitig die Lagerbestände aufgestockt und etliche Produkte sowie die Fahnen aller 24 Nationen zur EM-Fan-Ausstattung zusammengestellt – darunter Autofahnen, Wimpelketten oder größere Fanfahnen.
Nachfrage steigt von Spiel zu Spiel
In der Regel steigt die Nachfrage von Spiel zu Spiel und hängt auch vom Spielverlauf ab. Vor dem Anpfiff des Turniers ist sie noch verhalten, doch das kann sich schnell ändern, wie etwa seinerzeit bei der Fußball-WM 2002, als Deutschland unerwartet das Endspiel gegen Brasilien erreicht hatte und Dommer seinen Fahnenverkauf im Showroom extra noch am Samstag vor dem Finale öffnen musste. Oder beim Sommermärchen 2006, als die deutsche Mannschaft den dritten Platz bei der WM im eigenen Land schaffte und vor allem Autoflaggen in Schwarz-Rot-Gold zum Renner wurden.
Produkte des mehr als 170 Jahre alten Stuttgarter Traditionsunternehmens mit knapp 60 Beschäftigten sind auch mit von der Partie, wenn Innenstädte und Fanmeilen für die Heim-EM dekoriert werden. City Dressing heißt das im Fachjargon. Sportliches Engagement wird bei Dommer traditionell großgeschrieben. Seit über 50 Jahren gehört die Fahnenfabrik zu den Ausstattern der Olympischen Spiele weltweit und begleitet regelmäßig Fußball-Europa- und Weltmeisterschaften mit Fahnen und Werbeartikeln.
Einige EM-Torhüter setzen auf Reusch-Handschuhe
Auch Torwarthandschuhe von Reusch sind bei der Fußball-Europameisterschaft mit im Spiel. Die 1934 in Metzingen gegründete Firma, die mittlerweile der Südtiroler Unternehmerfamilie Weitzmann gehört, in Bozen ihren Hauptsitz, aber auch einen wichtigen Standort in Reutlingen hat, ist seit Jahrzehnten spezialisiert auf Torwart– und Skihandschuhe und damit bei internationalen Wettbewerben vertreten. Bei der Fußball-EM 2024 setzen unter anderem Top-Torhüter wie Wojciech Szczęsny (Polen), Dominik Livaković (Kroatien) oder Unai Simon (Spanien) auf Handschuhe von Reusch.
Für die EM hat der Sportartikelhersteller eine eigene Torwarthandschuh-Kollektion auf den Markt gebracht, mit der man bei Torhütern in allen Ligen punkten will. Die weißen Torwarthandschuhe zeichnen sich laut Reusch-Manager Martin Hannemann vor allem durch den Belag aus. „Entscheidend ist, ob der Belag einen guten Grip hat“, sagt Hannemann, der Geschäftsleiter Vertrieb und Marketing für Deutschland, England und Benelux ist, denn das sei für die Torhüter wichtig, schließlich machten sie mit den Handschuhen ihren Job. Von einer übermächtigen Konkurrenz durch Wettbewerber wie Adidas, Nike oder Puma will Hannemann nicht sprechen, denn Handschuhe seien nur ein kleiner Teil von deren Sortiment. Reusch dagegen habe sich darauf spezialisiert und lege den Fokus auch auf die intensive Betreuung der Torhüter und die gemeinsame Weiterentwicklung des Produkts.
Mehr als 250 Torhüter in den ersten nationalen Ligen
Reusch steht vor allem bei Top-Torhütern in Südamerika hoch im Kurs – darunter etwa Alisson Becker, Torhüter des FC Liverpool und der brasilianischen Nationalmannschaft. Insgesamt setzen mehr als 250 Torhüter in den ersten nationalen Ligen weltweit auf die Torwarthandschuhe mit schwäbischen Wurzeln – übrigens auch Keeper Kevin Müller vom 1. FC Heidenheim.