Die Testperson kann neben den öffentlichen Verkehrsmitteln Carsharing-Autos von Stadtmobil sowie Nextbike-Räder der E-Bike-Station am Fellbacher Bahnhof nutzen. Foto: Simone Käser

Zwei Wochen lang mit Bus, Bahn, Leihfahrrad oder Carsharing unterwegs sein. Gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Stuttgart sucht die Fellbacher Zeitung einen Kandidaten.

Fellbach - Fellbach - Zwei Wochen lang aufs eigene Auto verzichten? Und das ausgerechnet im August? Wenn laue Sommerabende im Biergarten locken und der Badeausflug an den Baggersee? Was auf dem flachen Land trotz aller Nahverkehrsangebote undenkbar wäre, ist im Ballungsraum Stuttgart eigentlich kein Problem mehr. Denn mit Bus und Bahn, Carsharing-Auto und Leihfahrrad gibt es in der Region Stuttgart mittlerweile ein ganzes Bündel mobiler Möglichkeiten – und keine Aus-rede mehr, den fahrbaren Untersatz auch mal 14 Tage in der Garage stehen zu lassen.

Mobilitäts-Check unterm Kappelberg

Das meint zumindest der Verkehrs-verbund Stuttgart (VVS) – und will mit einem Mobilitäts-Check unterm Kappelberg in diesem Sommer auch den Beweis antreten. Gesucht wird eine Testperson aus Fellbach oder Kernen, die zwei Wochen lang mit einer so genannten Polygo-Card ausgestattet wird – und in dieser Zeit die verschiedensten Verkehrsmittel auf dem Weg zur Arbeit, in der Freizeit und am Wochenende ausgiebig ausprobiert.

Das eigene Auto ist in dieser Zeit tabu. Dafür nutzt die Testperson die öffentlichen Verkehrsmittel und zusätzlich Carsharing-Autos von Stadtmobil sowie Nextbike-Räder der E-Bike-Station am Fellbacher Bahnhof. Bei einer Fahrt nach Stuttgart sind im Stadtgebiet auch 500 Elektro-smarts des Anbieters car2go nutzbar.

Der Testzeitraum läuft 14 Tage – von Montag, 8. August, bis Sonntag, 21. August

Der Testzeitraum läuft 14 Tage – von Montag, 8. August, bis Sonntag, 21. August. Die Testperson muss mindestens 21 Jahre alt sein und sollte einen Führerschein haben. Für den 14-tägigen Mobilitäts-versuch bekommt sie eine kostenlosePolygo-Card inklusive VVS-Netz-Ticket und einem Guthaben bei den jeweiligen Mobilitätspartnern. Allerdings: Im Gegenzug führt die Testperson zwei Wochen lang Tagebuch und schildert ihre Erfahrungen mit dem öffentlichen Nahverkehr.

Die Redaktion der Fellbacher Zeitung begleitet die Aktion und berichtet regel-mäßig – über Pleiten, Pech und Pannen auf dem Weg von A nach B ebenso wie über erfolgreiche Versuch, mit verschiedenen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein. Auch der VVS berichtet auf seiner Homepage und in den sozialen Medien über die Testphase. Bei einem erfolgreichen Versuch winkt ein lukrativer Gewinn: Schafft es der PolygoCard-Tester, sein Auto 14 Tage lang nicht zu benutzen, bekommt er vom VVS ein Jahresticket. Damit niemand schummelt, muss der Tachostand des Autos vor und nach dem Versuch fotografiert werden.

Die Polygo-Card soll den Verbundpass nach und nach ablösen

Die im vergangenen Jahr eingeführte Polygo-Card soll den seit den 1970er Jahren üblichen Verbundpass nach und nach ablösen. Anders als beim bisherigen Pass sind die gewählten Tarifzonen und die Ticketart nicht aufgedruckt, sondern elektronisch auf der handlichen Chipkarte gespeichert. Bei einem Wechsel der Tarif-zonen brauchen Pendler keinen neuen Verbundpass mehr. Die neuen Daten werden einfach auf die Chipkarte „geschrieben“. Geprüft wird die Gültigkeit mit speziellen Lesegeräten. Dies funktioniert über eigenständige Einstiegskontrollsysteme oder über die Fahrscheindrucker, jeweils vorne beim Busfahrer. Die Fahrscheinprüfer können mit mobilen Terminals kontrollieren.

Das elektronische Ticket beinhaltet nicht nur Bus und Bahn, sondern ermöglicht auch den Zugang zu den Carsharing-Flotten von car2go und stadtmobil. Außerdem können Fahrräder und Elektro-Bikes ausgeliehen werden, die Karte schaltet auch Ladestationen der EnBW zur Betankung von Elektrofahrzeugen frei. Dauerparker können auch die Stuttgarter Park-garagen Tivoli und Friedrichsbau sowie das Parkhaus Hofdienergarage nutzen oder Bücher in Stuttgarts Stadtbibliothek leihen.

Für den Test gibt es Spielregeln

Die Spielregeln für den Test:

•Die Testperson lässt ihr Auto zwei Wochen lang stehen und nutzt Bus und Bahn sowie Carsharing-Autos oder Pedelecs.

•Der Tachostand wird vor dem Start per Foto festgehalten und am Ende verglichen.

•Die Testperson schreibt „Tagebuch“ über tägliche Wege und Freizeitaktivitäten als Erfahrungsbericht und liefert Fotos. Sie ist einverstanden, dass die Fellbacher Zeitung über die Testphase berichtet.

Die Bewerbungsunterlagen an den VVS sollten eine Beschreibung enthalten, welche Wege die Testperson im Alltag und in der Freizeit zurücklegt und wie sie sie bisher bewältigt. Außerdem sind Angaben zur Personen und Haushalt, ein Foto und eine Kopie des Führerscheins notwendig. Interessierte können sich bis 22. Juli beim Verkehrsverbund Stuttgart bewerben. Ansprechpartnerin ist Ulrike Weißinger (weissinger@vvs.de oder 0711 6606 2050).

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