Volleyball Bundesligisten fordern Vollzeit-Bundestrainer

Von Jochen Klingovsky 

Kim Renkema, Sportdirektorin von Allianz MTV Stuttgart, gehört zu den wichtigsten Kritikern der Doppelrolle von Felix Koslowski. Foto: Baumann
Kim Renkema, Sportdirektorin von Allianz MTV Stuttgart, gehört zu den wichtigsten Kritikern der Doppelrolle von Felix Koslowski. Foto: Baumann

Die Volleyball-Bundesligisten sind sich einig: Die Doppelrolle von Felix Koslowski, Frauen-Bundestrainer und Coach des Deutschen Meister SSC Schwerin, muss beendet werden. Schnell wird das allerdings nicht gehen.

Stuttgart - Es gibt unter den Volleyball-Bundesligisten keine Zweifel daran, dass Felix Koslowski einen guten Job macht – als Coach des SSC Schwerin und als Frauen-Bundestrainer. Einig sind sich die Vereine allerdings auch, dass diese Doppelrolle kein Modell für die Zukunft sein kann – weil sie sich im harten Kampf um talentierte deutsche Volleyballerinnen und gestandene Nationalspielerinnen gegenüber dem von Koslowski betreuten deutschen Meister im Nachteil sehen. „Alle Vereine, selbst der SSC Schwerin, waren sich darin einig, dass diese Konstellation auf Dauer nicht geht“, sagt Kim Renkema, Sportchefin von Allianz MTV Stuttgart. Folglich stellten die Bundesligisten bei ihrer jüngsten Vollversammlung in Berlin an den Deutschen Volleyball-Verband (DVV) die klare Forderung, sich möglichst rasch um die Finanzierung eines hauptamtlichen Bundestrainers zu kümmern.

Der Bundestrainer hat nur einen Honorarvertrag

Die Doppelrolle von Koslowski gibt es vor allem deshalb, weil der Verband seinen Bundestrainer derzeit nur mit einem Honorarvertrag für die Sommermonate ausstatten kann, in denen er sich um das Nationalteam kümmert. „Beim SSC Schwerin gehöre ich sicher zu den besser verdienenden Trainern. Das reicht, um die Familie zu ernähren“, sagt Koslowski, „das Bundestrainer-Honorar ist nur ein Zubrot, das gerade mal genügt, um ein- oder zweimal mit der Familie in Urlaub zu fahren.“

Das Problem bei der Forderung der Clubs an den DVV: Sie kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Der ohnehin klamme Verband musste am Sonntag auch noch den Verlust seines kompletten Vorstandes verkraften. Statt sich um neue Einnahmequellen zu kümmern, geht es zunächst darum, einen Weg aus dem Chaos zu finden. „Wir sprechen Leute an, die erst noch gefunden werden müssen“, sagt Ligaboss Michael Evers. Und Kim Renkema meint: „Man kann ja nicht auf ­jemanden schießen, der schon tot am Boden liegt.“

Weshalb klar ist: Ein schnelles Ende der Doppelrolle von Felix Koslowski wird es nicht geben. Allen Wünschen zum Trotz.

Lesen Sie jetzt