Der Goldfasan – als er zuletzt in der Libanonstraße gesichtet wurde. Foto: 7aktuell.de/Andreas Werner

Ein bunter Vogel geht auf Entdeckungstour durch Stuttgart – und ruft so die Feuerwehr auf den Plan. Der Fasan traut den Wehrmännern aber gar nicht.

Stuttgart - Wir wissen nicht, aus welcher Voliere dieser Vogel entflohen ist. Ganz sicher nicht aus einem Fürstenhaus, wie das dereinst im Barock das übliche Domizil war. Vielleicht erkennt ihn der unbekannte Besitzer auch so wieder, der vielleicht schon Flugblätter zur Fahndung ausgehängt hat. Der farbenprächtige Vogel – man sagt, es handele sich um einen Goldfasan – hat jedenfalls die Stuttgarter Feuerwehr am Montagabend im Stuttgarter Osten gehörig in Atem gehalten.

Um 17.50 Uhr war ein Alarmruf aus der Libanonstraße eingegangen. „Dort wurde ein herrenloser Pfau gemeldet“, sagt ein Feuerwehrsprecher. Die Einsatzkräfte rückten mit dem sogenannten Gerätewagen Wasserrettung aus, in dem alles steckt, was für eine Tierrettung notwendig ist. Kescher, Netze, Hundebox, Spezialapparate. Die Feuerwehr kann nicht nur löschen, sie fängt auch Papageien, Schwäne oder Straußenvögel. Gerne hätte man auch den Pfau gerettet. Aber es war ja ein Goldfasan.

Wo steckt dieser bunte Vogel?

Fasane sind Gehegevögel und fliegen nur ungern – wenn sie nicht erschreckt werden und aus nicht abgedeckten Volieren davonfliegen. Für die Feuerwehr war der Einsatz um 18.41 Uhr beendet. Ohne Fang. Sie vermerkt im Einsatzprotokoll: „Der Fasan hat sich durch Flucht entzogen.“ Beim nächsten Mal darf man bei der Wilhelma nachfragen: „Der nächste Fangversuch sollte sitzen“, sagt Ornithologe Günther Schleussner. Die Wilhelma hat selbst zwar keinen Goldfasan, dafür aber eine Net Gun, eine Spezialpistole, die ein Fangnetz verschießt. Damit hat man schon ganz andere Vögel hinter Gitter gebracht.

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