Virtuelles Modell von Stuttgart 21 Den neuen Bahnhof auf dem Smartphone erkunden

Von Siri Warrlich 

Staubig, groß, unübersichtlich: Wie Stuttgart 21 in Zukunft aussehen wird, ist auf der Baustelle derzeit schwer vorstellbar. Ein virtuelles Modell macht den Bahnhof begehbar. Foto: dpa
Staubig, groß, unübersichtlich: Wie Stuttgart 21 in Zukunft aussehen wird, ist auf der Baustelle derzeit schwer vorstellbar. Ein virtuelles Modell macht den Bahnhof begehbar. Foto: dpa

Wie wird Stuttgart 21 am Ende aussehen? Auf der Baustelle lässt sich das derzeit kaum erahnen – dafür nun aber am Computer oder auf dem Handy.

Stuttgart - Egal, in welche Richtung man blickt: Weit und breit ist kein Bagger in Sicht. Stuttgart 21 ist fertig. Die Gebäude sehen aus wie geleckt. Zwischen Bahnhof und Staatsgalerie lädt die grüne Wiese zum Verweilen ein. Plötzlich ist Platz im Kessel, wo vorher keiner war. Über die unterirdischen Gleise spannt sich die weiße Decke des Gebäudes wie ein Zirkuszelt.

So zumindest sieht der umstrittene Bahnhofsneubau in dem virtuellen Modell aus, das der Verein Bahnprojekt Stuttgart-Ulm zusammen mit der Stuttgarter Agentur Plan B entworfen hat. Durch 20 Panoramapunkte können Nutzer sich klicken und sich so in dem virtuellen 3D-Modell fortbewegen.

Kurzfilme zeigen unterirdische Arbeiten

Da das 3D-Modell in mehrjähriger Arbeit für andere Andwendungen ohnehin ständig erweitert worden sei, habe am Ende der logische Schluss gestanden, das gesamte Areal zu digitalisieren und das Modell frei zugänglich zu machen, gibt der Verein Bahnprojekt Stuttgart-Ulm an. Der virtuelle Rundgang ermöglicht einen Überblick, wie das Areal insgesamt aussehen soll. Vom Ambiente im neuen Bahnhof aber ist wenig zu erahnen – denn sowohl von Zügen als auch von Menschen fehlt in dem Modell jede Spur.

Hier geht es zum virtuellen Stuttgart-21-Modell

Neben dem neuen virtuellen Modell bietet der Verein online drei Filme über den Tunnelbau in Bad Cannstatt, Obertürkheim un in Stuttgart-Fasanenhof (Fildertunnel) mit Material der Bauarbeiten unter Tage an.

Baustelle oder Blockbuster?

In den Clips fahren Bagger durch die Tunnel. Mit großen Kränen werden Sprenglöcher beladen. In den hohen Tunnelröhren wirken die Arbeiter in ihrer orangenen Arbeitskleidung überraschend klein, erinnern fast an Lego-Männchen. Wer das Smartphone in eine entsprechende VR-Brille steckt, die es mittlerweile auch aus Pappe gibt, kann die Arbeiten in 3D miterleben. Ungewollt komisch wirkt dabei die musikalische Übermalung. In den kurzen Clips schuften die Tunnelbauer zu spannungsgeladener Tönen, die eher an ein Hollywood-Drama als an eine Baustelle erinnert.

Das virtuelle Modell geht nur wenige Tage vor Beginn der Tage der offenen Baustelle online. Vom 6. bis 8. Januar ist das Areal von jeweils 10 bis 16 Uhr für Besucher geöffnet.

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