Die Kommunen im Landkreis Esslingen verzeichnen Rekordwerte bei der Hundesteuer. Das entspricht dem Deutschlandtrend. Eine Umfrage zeigt, was Städte im Kreis Esslingen mit der Hundesteuer verdienen und ob der Trend anhält.
In den Städten des Kreises Esslingen werden so viele Hunde gehalten wie nie zuvor. Damit steigen auch die Einnahmen durch die Hundesteuer in den Städten und Gemeinden.
Unsere Zeitung fragte in mehreren Städten nach – überall ergab sich dasselbe Bild: mehr Hunde, mehr Steuereinnahmen. Esslingen als die größte Stadt im Landkreis nahm im vergangenen Jahr fast 367 000 Euro ein – gegenüber 2020 ist das ein Anstieg von mehr als 30 000 Euro. Gezahlt wurde für 2697 Hunde, die in der Stadt angemeldet sind – 217 Hunde mehr als noch im Jahr 2020. In diesem Jahr setzt sich der Trend fort: Anfang Oktober gab es mehr Hunde als Ende 2022 – und auch die Steuern lagen bereits über den Einnahmen des Vorjahres.
Die nächstgrößte Stadt im Kreis ist Filderstadt, etwa halb so groß wie Esslingen. Hier betrugen die Einnahmen im vergangenen Jahr 195 000 Euro – eine Steigerung um 20 000 Euro gegenüber 2020. In diesem Jahr wird eine weitere Steigerung erwartet, voraussichtlich auf 200 000 Euro. Und auch hier stieg die Zahl der gemeldeten Hunde: 2020 waren es noch 1441, zwei Jahre später bereits 1602. Gemessen an der Stadtbevölkerung gibt es also in Filderstadt mehr Hunde und höhere Einnahmen als in Esslingen.
Wie Filderstadt hat auch Kirchheim mehr als 40 000 Einwohner. Hier ergibt sich dasselbe Bild: eine Steigerung sowohl der Hunde als auch der Einnahmen. Mit 1576 Hunden sind es einige weniger als in Filderstadt, die Einnahmen liegen aber mit 200 000 Euro einen kleinen Tick höher.
Die Zahl der Hunde steigt von Jahr zu Jahr
In dieser Größenordnung – knapp 40 000 Einwohner – bewegen sich auch Leinfelden-Echterdingen und Ostfildern. Und das gleiche Bild: In beiden Städten wachsende Einnahmen bei immer mehr Hunden.
In einer etwas anderen Liga spielt Plochingen mit etwa 14 500 Einwohnern. Aber auch hier sieht man dieselbe Tendenz. 2022 wurden 501 Hunde gezählt. Die Einnahmen über die Steuer betrugen knapp 69 000 Euro. Schließlich noch ein Blick in einen kleineren Ort: Hochdorf hat etwa 4700 Einwohner und zurzeit 253 gemeldete Hunde, die für Einnahmen von mehr als 30 000 Euro sorgen. Die Tendenz seit 2020 wie gehabt: von Jahr zu Jahr mehr Hunde und mehr Steuern.
Erhöht wurde die Steuer im abgefragten Zeitraum in keinem der befragten Orte, sie ist in vielen Orten seit Jahren – teilweise seit den 1990er Jahren – stabil. Die steigenden Einnahmen liegen also ausschließlich in der steigenden Zahl der angemeldeten Hunde.
Was die Höhe der Steuern betrifft, liegen die meisten Orte im Deutschlandvergleich eher im mittleren bis unteren Bereich. Von einem sehr hohen Mainzer Wert – mehr als 180 Euro für den ersten Hund, 216 für jeden weiteren – sind die Städte und Gemeinden weit entfernt. An den Wert von Ludwigsburg im gleichnamigen Landkreis, wo für den ersten Hund 144 Euro und für den zweiten das Doppelte bezahlt werden muss, kommen die befragten Orte im Kreis Esslingen ebenfalls nicht ran. In Esslingen, Plochingen und Ostfildern sind es für den ersten Hund 132 Euro. Wie in Ludwigsburg verdoppelt sich diese Summe für den zweiten Hund. So verfahren auch Leinfelden-Echterdingen (126 Euro für den ersten Hund) und Filderstadt (120 Euro für den ersten Hund). Verhältnismäßig preiswert geht es in Hochdorf zu: Hier bezahlen Hundehalter nur 108 Euro pro Hund, 216 für den zweiten Hund.
Für Kampfhunde muss mehr bezahlt werden
Deutlich mehr bezahlt werden muss für Kampfhunde, beispielsweise 800 Euro in Hochdorf, 840 Euro in Filderstadt und 1000 Euro in Plochingen. Sehr viel günstiger kommen Kampfhundebesitzer in Ostfildern weg: Sie bezahlen 396 Euro pro Jahr.
Jede Stadt und jede Gemeinde kann genau sagen, was sie einnimmt, allerdings nicht, was sie für die Hunde ausgibt. Zwar können die Städte und Gemeinden Angaben machen, wie viele Mülleimer für Hundekot sie aufstellt. Aber die Beseitigung von Hundekot von der Straße wird bei der Straßenreinigung nicht extra ausgewiesen. Eine Kommune muss das aber auch nicht wissen – die Einnahmen durch die Hundesteuer sind nicht zweckgebunden.
Neben der Reinigung von Straßen und Wegen sind es vor allem die Hundekotbehälter und deren regelmäßige Leerung, die Geld kosten. In Esslingen beispielsweise gibt es 77 solcher Behälter, die zwei Mal in der Woche geleert werden. Was aber nach Auskunft der Esslinger Stadtverwaltung keineswegs reibungslos verläuft: „Die Leerung ist sehr aufwendig, da die Behälter größtenteils im Außenbereich liegen. Momentan haben wir das Problem, dass die Behälter häufig durch Hausmüll und so weiter verstopft sind und dadurch nicht mehr für ihren ursprünglichen Zweck nutzbar sind.“
Die 77 Behälter sind im Vergleich zu der nicht einmal halb so großen Stadt Kirchheim nicht viel: Dort wurden in den vergangenen Jahren 83 so genannte Hundetoiletten aufgestellt. Jeder dieser Mülleimer mit kostenlosen Tüten kostet 1500 Euro.
Was Menschen und Hunde miteinander verbindet
Historie
Bereits vor 15 000 Jahren begann in Ostasien die Domestizierung des Hundes, der vom Wolf abstammt. Forscher nehmen an, dass die ersten Hunde die Nähe von Menschen suchten, um etwas von den Abfällen abzubekommen. Die Menschen erkannten in den ersten Hunden vermutlich die Wachsamkeit und das Jagdtalent, das sie dann auch ausnutzten.
Verhalten
Hunde verhalten sich teilweise wie Menschen. Sie sprechen auch mit den Augen, pflegen lebenslange Bindungen, sind kooperativ und kommunikativ. Als gäbe es einen Sozialdruck, sind sie in der Gruppe in der Regel weniger aggressiv.
Krankheiten
Hunde haben oft ähnliche Krankheiten wie Menschen. Krebs, Allergien und Herzkrankheiten gehören mit zu den häufigsten Beschwerden, sagen Wissenschaftler. Sie haben auch menschenähnliche psychische Erkrankungen. So wurden bei Hunden schon Zwangsneurosen und Panikstörungen diagnostiziert.