Verbreitet gute Laune in der Krise: Günther Schäfer Foto: Baumann

Auch in der sportlichen Krise verliert VfB-Teammanager Günther Schäfer seine gute Laune nicht. Der Ex-Profi über seine Art, den Spielern in schwieriger Lage zu helfen.

Stuttgart - Eigentlich ist er Teammanager beim VfB Stuttgart. Krisenmanager trifft es mittlerweile aber fast besser. So oder so – Urgestein Günther Schäfer gibt alles, um die Stimmung im Team zu heben, verdeutlicht vor dem Spiel gegen Werder Bremen an diesem Sonntag (15.30 Uhr/Sky) aber auch: „Wir müssen liefern.“

Herr Schäfer, wie oft muss der Teammanager den Spielern eine Schulter zum Anlehnen bieten?
Wenn ein Spieler zu mir kommt und Rat sucht, stehe ich zur Verfügung. Und natürlich gehe ich auch auf die Spieler zu.
Und was sagen Sie dann?
Dass ich verstehe, wenn einen die sportliche Situation derzeit runterzieht, schließlich habe ich als Profi auch schwierige Phasen erlebt. Ich sage den Jungs aber auch, dass es wichtig ist, eine breite Brust zu bewahren.
Was nicht einfach ist.
Das nicht. Aber wenn wir jetzt auch noch die Köpfe hängen lassen, haben wir schon verloren. Die Mannschaft muss mit Leidenschaft dabeibleiben und Vollgas geben, nur so gewinnt man auch wieder die nötige Sicherheit, nur so sinkt die Fehlerquote wieder.
Leiden Sie als ehemaliger Abwehrspieler besonders mit der Defensive?
Ich kann mich da schon reinversetzen. 35 Gegentore sind zu viel, das steht außer Frage. Aber das betrifft nicht nur die Abwehr. Jeder muss sich fragen, ob er vielleicht schon weiter vorne einen Zweikampf hätte gewinnen können. Generell ist jetzt einfach die ganze Mannschaft gefragt.
Präsentiert die sich überhaupt als solche?
Ich weiß, das hört sich jetzt blöd an, aber was das angeht, haben wir eine tolle Truppe. Keiner lässt sich hängen. Ich habe das Gefühl, dass das Team wieder mit Spaß bei der Sache ist.
Und Sie lassen sich Ihre chronisch gute Laune auch nicht nehmen, oder?
Nein, da bleibe ich mir treu. Wobei ich schon weiß, dass die pure Freude derzeit nicht angesagt ist. Aber wenn man sich als Spieler die ganze Zeit damit beschäftigt, wie belastend die Situation ist, dann blockiert man. Ich versuche zu helfen, indem ich durch meine Art positive Signale sende – und das geht mit schlechter Laune nun mal nicht.
Beim letzten Heimspiel hatten die Fans aber irgendwann die Schnauze voll . . .
. . . davor haben sie uns aber immer super unterstützt. Gegen Bremen müssen wir den Zuschauern zeigen, dass wir den Gegner geradezu niederkämpfen wollen. Wir müssen liefern und den Fans etwas zurückgeben.
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