Wolfgang Dietrich ist Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender des VfB Stuttgart. Foto: dpa

Wolfgang Dietrich, der Clubchef des VfB Stuttgart, gibt Auskunft über den Stand der Verhandlungen mit dem zweiten Investor. Das Profil schärft sich – drei Kandidaten sind im Rennen.

Stuttgart - Der Präsident und Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Dietrich vom VfB Stuttgart ist zuversichtlich, trotz der Misere des akut abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten noch vor dem neuen Spieljahr einen zweiten Anteilseigner nach dem Ankerinvestor Daimler ins Boot zu bekommen. „Ich bin weiterhin guter Hoffnung, dass wir den zweiten Investor bis zum Saisonende am 30. Juni präsentieren können“, sagte der Vereinschef am Dienstag: „Wir werden uns aber nicht unter Wert verkaufen.“

Daimler hatte sich 2017 nach der Ausgliederung der Profifußball-Abteilung in die VfB Stuttgart 1893 AG für einen Betrag von 41,5 Millionen Euro 11,75 Prozent der Anteile gesichert. 75,1 Prozent der Anteile müssen laut Satzung beim VfB verbleiben. Aus Stuttgarter Sicht ist der AG-Wert seit der Veräußerung der ersten Tranche gestiegen. Für einen gleichgroße Beteiligung wie die des Ankerinvestors wären also mehr als 41,5 Millionen Euro fällig – wobei noch offen ist, wie viele Anteile genau im zweiten Schritt veräußert werden.

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Laut Dietrich sind drei Kandidaten im Rennen, alle drei kommen aus dem gleichen Segment: Firmen mit Knowhow in der Vermarktung. Denn da sehen die Stuttgarter noch Luft nach oben, die Marketingrechte sollen allerdings beim VfB bleiben. Zwei Namen drängen sich in diesem Zusammenhang definitiv auf auf: Lagardère und Infront. Beide sind jeweils bei mehreren Bundesligisten am Ball und wären in der Lage, so einen Deal zu stemmen und mit ihrer Expertise neue Vermarktungswege für den VfB zu erschließen.

Der neue Partner soll den Stuttgartern besonders bei der Suche nach Sponsoren außerhalb Deutschlands unter die Arme greifen. „Dort haben wir bei der Sponsoren-Akquise noch Luft nach oben“, sagte Dietrich. Besonders im heimischen Bundesland scheint alles abgegrast zu sein für den VfB. Neben der Kontaktierung neuer potenzieller Sponsoren soll der zweite Investor auch für eine höhere Belegungshäufigkeit des Stadions mit sonstigen Veranstaltungen wie Konzerten sorgen. „Das machen übrigens wenige Bundesliga-Vereine selbst“, merkte Dietrich an.

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