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Stürmer Kevin Kuranyi über die Duelle gegen seinen Ex-Club und seine Stuttgarter Heimat.

Stuttgart - Mit Dynamo Moskau kehrt Kevin Kuranyi (30) an diesem Mittwoch (18.15 Uhr/Kabel 1) zum VfB Stuttgart zurück. Trotz des verpatzten Saisonstarts ist er optimistisch: „Wir sind stark genug, um den VfB auszuschalten.“


Herr Kuranyi, Dynamo hat in der russischen Liga in fünf Spielen keinen Punkt geholt, das Torverhältnis ist mit 1:11 miserabel. Am Sonntag sind Sie beim 1:2 gegen Grosny mit Gelb-Rot vom Platz geflogen. Liegen die Nerven blank?
Nein. Mein Platzverweis hatte nichts mit blanken Nerven zu tun. Das waren zwei Allerweltszweikämpfe. Normal gehst du da mit einer Gelben Karte aus dem Spiel. Es passt ins Bild, dass ich dafür zweimal Gelb sah. Aber klar ist: Unser Start in die Liga ist ein Albtraum. Wir sind in der Negativspirale, und ich hoffe, unser neuer Trainer Dan Petrescu holt uns da raus. Außerdem kommt jetzt ein anderer Wettbewerb. Auch das ist gut für die Köpfe, zumal wir unser letztes Spiel dort mit 5:0 gewonnen haben.

Was erwarten Sie von Petrescu, der gegen den VfB zum ersten Mal auf der Bank sitzen wird?
Dan Petrescu war als Profi sehr erfolgreich. Er hat über 500 Erstligaspiele in Rumänien, Italien und England bestritten und an WM- und EM-Turnieren teilgenommen. Als Trainer hat er vor allem bei kleineren Vereinen sehr gute Arbeit abgeliefert. Mit seiner Erfahrung ist er ein sehr guter Mann für uns. Er wird uns auf den richtigen Weg bringen.

Was muss er anders machen, woran hapert es?
Wir haben uns viele Chancen erarbeitet, aber wir treffen das Tor nicht. Und wir haben gegen große Mannschaften wie Meister Zenit St. Petersburg und Rubin Kasan ­gespielt. Kasan ist unser Angstgegner, gegen die haben wir vergangene Saison das Pokalfinale verloren und in der Liga seit sechs Jahren nicht gewonnen. So kam eins zum anderen. Plötzlich hast du einen Negativlauf.

Und im Sturm fehlt Andrej Woronin, der zu Fortuna Düsseldorf gewechselt ist?
Er hatte Probleme mit unserem Ex-Trainer und wollte weg. Jeder kennt seine Qualitäten. Leider hat der Verein noch keinen Ersatz geholt.

Der VfB wird also leichtes Spiel haben?
Nein, bestimmt nicht. Ich bin überzeugt: Wir sind stark genug, um den VfB auszuschalten. Wir haben genügend Potenzial, wir ­brauchen jetzt einfach ein Erfolgserlebnis.

Dynamo hat die Champions-League­Qualifikation um drei Punkte verpasst. Ein Aus in der Europa-Liga wäre . . .
. . . ganz bitter für uns, eine schlimme Enttäuschung. Daran will ich gar nicht denken.

Wo rangiert die russische Liga international?
Da gibt es einige Vereine, die Top-Spieler haben und in der Bundesliga standhalten könnten – manche davon würden sogar ganz oben mitspielen. Da ist etwas am Wachsen.
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