Muskelfaserriss im Oberschenkel: VfB-Kapitän Christian Gentner Foto: dpa

Nach dem 1:2 gegen Bayern München muss sich der VfB körperlich und mental blitzschnell für das Duell gegen Leverkusen fit machen. Kapitän Christian Gentner fällt aus.

Stuttgart - Irgendwann gegen Ende eines bewegten Abends hatte Thomas Schneider genug. Nach dem Geschmack seines Trainers hatte der VfB genug Nackenschläge hinnehmen müssen. Als dann Thiagos Tor zum 1:2-Endstand fiel, ließ Schneider für kurze Zeit allen Mut sinken: „In den vergangenen Spielen war häufig der Moment gegen uns. Heute hätten wir einen Punkt verdient gehabt. Umso bitterer ist dieses 1:2 – ich weiß nicht, was wir verbrochen haben.“

Diese Frage hat er sich tags darauf wohl erneut gestellt – als die Diagnose für Christian Gentner herauskam: Der Kapitän hatte sich im Abschlusstraining einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zugezogen. Das hat nicht nur seinen Einsatz gegen die Bayern verhindert, es zwingt ihn auch in den kommenden Spielen bei Bayer Leverkusen an diesem Samstag (15.30 Uhr) und zu Hause gegen den FC Augsburg am 9. Februar (15.30 Uhr) in die Rolle eines Zuschauers.

Wie gegen die Münchner wird ihn wohl Rani Khedira vertreten, der seine Sache gut machte. Dass Gentner nun fehlt, entbindet Schneider zumindest vorerst von einer Antwort auf die Gewissensfrage, wie vehement er den Jugendstil denn befördert: Gibt er seinem Kapitän den Vorzug – oder dem Talent, das längere Einsatzzeiten verdient hat?

Dafür muss Schneider andere Antworten finden, allen voran auf die Frage, wie er seine Spieler innerhalb von zweieinhalb Tagen wieder aufrichtet. Bayer Leverkusen hat nicht nur acht Tage Pause und ist körperlich deutlich erholter, sondern musste auch keine Niederlage in letzter Minute hinnehmen, die den Beteiligten zunächst brutal auf die Gemüter schlug. Als Erste fingen sich die Fans wieder, die nach kurzer Schockstarre den Spielern den verdienten Applaus zukommen ließen. Dann richtete Fredi Bobic den Blick nach vorn. Er hoffe sehr, dass die Mannschaft aus dem mutigen Auftritt Kraft ziehe, sagte der Sportdirektor: „Das muss einen Effekt haben. Wir dürfen enttäuscht sein, aber nicht so niedergeschlagen, dass wir jetzt aufgeben. Dafür war die Leistung zu gut.“ Schließlich könne er sich an keine Mannschaft erinnern, „die in dieser Saison die Bayern so nah an einer Niederlage hatte wie wir“.

Allerdings steht der VfB mehr denn je unter Zugzwang, sein Punktekonto aufzufüllen. Bei 19 Zählern liegt die Mannschaft nur drei Punkte vor dem Relegationsplatz. „Das ist zu wenig, aber wir dürfen jetzt nicht in Panik verfallen“, sagte Bobic, „die Mannschaft hat gezeigt, dass sie Qualität hat, aber das müssen wir jetzt in Punkte ummünzen.“

Ob Gotoku Sakai in Leverkusen mithelfen darf, ist offen. Der rechte Verteidiger trug aus dem Spiel gegen die Bayern eine Verletzung am Rücken davon.

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