Fredi Bobic kritisiert Schiedsrichter Deniz Aytekin. Foto: dpa

Sportvorstand Fredi Bobic sagt nach einer strittigen Szene in Wolfsburg: „Bin Traditionalist“.

Sportvorstand Fredi Bobic sagt nach einer strittigen Szene in Wolfsburg: „Bin Traditionalist“.

Wolfsburg - Er hätte ordentlich auf den Putz hauen können, und wer Fredi Bobic kennt, weiß, dass das in seinem Umgang mit Schiedsrichtern zumindest nicht auszuschließen ist. Stattdessen blieb der Sportvorstand des VfB aber ganz ruhig, er kritisierte Referee Deniz Aytekin zwar, das aber ohne jede Schärfe – was ein bisschen überraschte. Denn eigentlich wurde dem VfB in der ersten Hälfte beim VfL Wolfsburg ein reguläres Tor aberkannt.

Oder etwa nicht?

Stürmer Timo Werner lief nach einer halben Stunde allein aufs Tor zu. Er schoss, der Ball flog nach dem Reflex von Keeper Diego Benaglio in hohem Bogen aufs Tor zu, und Wolfsburgs Abwehrmann Robin Knoche klärte ziemlich spektakulär. Ob der Ball nun schon mit vollem Umfang hinter der Linie war oder nicht – selbst nach der gefühlt 187. Zeitlupe war das nicht eindeutig zu sehen.

Weil obendrein die eine 3-D-Analyse das eine beweisen sollte und die andere das genaue Gegenteil, waren alle Beteiligten hinterher nicht wirklich schlauer. Wohl auch deshalb blieb Bobic ruhig, er verzichtete auf die große Schiri-Schelte – und outete sich einmal mehr als Verfechter der guten alten Fußballregeln. „Ich bin da Traditionalist“, sagte er, „ich mag das Spiel so, wie es ist.“ Im Klartext heißt das: Bobic spricht sich nach wie vor gegen die Einführung einer Torlinientechnik aus.

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) entscheidet im März, ob die Technologie in der nächsten Saison zum Einsatz kommt. VfB-Kapitän Christian Gentner würde das Hilfsmittel im Gegensatz zu Fredi Bobic begrüßen: „Wenn es eine Technik gibt, die 100-prozentig zuverlässig ist, sollte man sie einführen.“

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