Auch VfB-Sportvorstand Robin Dutt steht nach dem Fehlstart unter Druck. Foto: Baumann

Der Sportvorstand des VfB Stuttgart stellt vor dem Spiel in Berlin am Samstag (15.30 Uhr/Sky) kleine Änderungen in Aussicht – vom System will aber niemand abrücken.

Stuttgart - Robin Dutt konnte seinen ersten Urlaub nach acht Monaten genießen – trotz des Katastrophenstarts in der Bundesliga mit null Punkten und des vorausgegangenen Wechsel-Theaters um Filip Kostic. Eine Woche Allgäu mit Familie und Mountainbiken – der Sportvorstand des VfB Stuttgart ist gewappnet für die nächsten, sicherlich nicht weniger nervenaufreibenden Wochen mit seinem Arbeitgeber.

Am Samstag (15.30 Uhr/Sky) steht das Auswärtsspiel bei Hertha BSC an. Der 50-Jährige weiß, auf was es in Berlin ankommt: „Wir brauchen Punkte. Nur gut zu spielen reicht nicht mehr.“ Um zu verdeutlichen, was seine Mannschaft anders machen möchte, bediente sich Dutt einiger Bilder aus der Welt des Automobils: „Wir haben vor der Saison einen neuen Motor eingebaut, und dieser Motor stottert noch etwas. Wir werden ihn nun aber nicht auswechseln, sondern prüfen zum Beispiel, ob die Zündkerzen fest sitzen.“

„Filip hat nie gesagt, dass er gehen möchte"

Was er damit sagen will: Die Systemfrage stellt sich für ihn und Trainer Alexander Zorniger noch nicht. Das heißt, auch in Berlin wird der VfB sein Glück durch hohes Verteidigen und permanentes Pressen suchen – auch auf die Gefahr hin, wie schon gegen Köln und Frankfurt ausgekontert zu werden. Kleinere Änderungen stellte Dutt aber in Aussicht – welche, wollte er nicht verraten. „Das Vertrauen in Trainer und Mannschaft ist zu 100 Prozent vorhanden“, sagte Dutt und lobte Zorniger als „erfahrenen Trainer“ – der allerdings zum ersten Mal in der Bundesliga trainiert und gleich seine erste Krise durchlebt. So schlecht wie Zorniger ist noch kein VfB-Trainer gestartet.

Mit Blick auf die zu Ende gegangene Transferperiode und den wechselwilligen Filip Kostic stellte der Sportvorstand klar: „Filip hat zu uns nie gesagt, dass er gerne gehen möchte.“ Zu Dutts Bedauern hätten stattdessen Kostics Berater und einige Sportchefs anderer Vereine sein klares Veto nicht für voll genommen und somit ein künstliches Sommertheater erzeugt. „Da sind leider viele unseriöse Leute unterwegs. Filip kann leider nicht immer beeinflussen, wer da alles in seinem Namen verhandelt.“

Auf die Frage, ob seine klare Ansage („Wir werden Kostic nicht hergeben“) auch in der Winterpause noch Bestand hat, wollte Dutt keine Garantie geben. Vielleicht hat sich bis dahin die sportliche Situation auf dem Wasen ja entspannt – was die Türen für mögliche Interessenten öffnen würde.

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