Spielt Daniel Didavi bald für Leverkusen? Foto: dpa

Der VfB will mit dem Publikums-Liebling verlängern – zu spät? Bayer Leverkusen lockt Didavi mit einem Dreijahresvertrag und einer satten Gehaltseröhung.

Stuttgart - Es gibt vermutlich entspanntere Jobs in der Fußball-Bundesliga, als den des sportlichen Leiters beim VfB Stuttgart. Sportvorstand Robin Dutt soll eine neue Mannschaft auf den Platz stellen. Und nach Möglichkeit eine, die nicht wieder gegen den Abstieg spielt. Aber die Bewerber stehen nicht gerade Schlange. Und einige der besten VfB-Spieler sind auf der Flucht. Nun liegt nach Informationen der Stuttgarter Nachrichten Daniel Didavi (25) auch noch ein lukratives Angebot von Bayer Leverkusen vor. Der Teilnehmer an der Champions League lockt mit einem Dreijahresvertrag und einer satten Gehaltserhöhung.

Unterm Bayer-Kreuz könnte Didavi über drei Millionen Euro verdienen, beim VfB bekommt er derzeit zwei Millionen im Jahr. Didavi schwankt angeblich noch, neigt aber dazu, das Angebot aus Leverkusen anzunehmen. Eine gewisse Rolle spielt dabei seine Leidensgeschichte mit dem Knorpelschaden im Knie. Wer weiß, wie lange er noch auf höchstem Niveau Fußball spielen kann. Wer kann schon mit Gewissheit sagen, ob er jemals wieder so eine Offerte bekommt. Gute Freunde und alte Wegbegleiter sollen ihm zum Wechsel geraten haben. „Dida, die Chance kommt nie wieder.“

Der VfB Stuttgart jedenfalls scheint seine verpasst zu haben. Vor drei, vier Monaten, als ein Ende der Leidenszeit des feinen Technikers noch nicht abzusehen war, hätte er wohl ohne zu zögern eine Verlängerung seines bis Juni 2016 laufenden Vertrages unterzeichnet. Wahrscheinlich sogar ohne Gehaltserhöhung, aber mit der Aussicht auf Zusatzzahlungen nach einer bestimmten Zahl von Einsätzen. Das Risiko für den Verein wäre überschaubar gewesen. Nach sechs Wochen Verletzungspause übernimmt ohnedies die Berufsgenossenschaft die Fortzahlung des Gehalts. Jetzt brüten Sportvorstand Robin Dutt und seine Berater, wie sie Didavi halten können. Mit Dankbarkeit sollten sie dabei eher nicht kalkulieren. Zwar hat der Verein viel für den Spieler während dessen Leidenszeit getan, andererseits war Didavi in zwei Kämpfen gegen den Abstieg wertvoller Impulsgeber fürs Team.

Der VfB wird also tief in die Tasche greifen müssen, um den Vertrag vielleicht doch zu verlängern. Vielleicht mit einer Ausstiegsklausel für Didavi und mit einer festgeschriebenen Ablösesumme. Und mit einem Jahresgehalt, das über drei Millionen Euro liegen sollte. In diesen Sphären verdient zurzeit nur Stürmer Vedad Ibisevic.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: