Sebastian Langkamp (am Ball): Mann für den VfB? Foto: dpa

Der VfB hält Ausschau nach einem Innenverteidiger: Das Interesse am Dortmunder Matthias Ginter kühlt ab – dafür könnten nun Sebastian Langkamp oder John Anthony Brooks von Hertha BSC ins Spiel kommen.

Stuttgart - Nach seinem Wechsel zum AS Rom hat sich Antonio Rüdiger (22) von seinen Ex-Kollegen beim VfB Stuttgart persönlich verabschiedet – Thema erledigt. Doch wer ersetzt den Innenverteidiger? „Ein neuer Mann muss hoch verteidigen können, er muss kopfballstark sein, und ein Linksfuß wäre auch gut“, sagt Trainer Alexander Zorniger und stutzt: „Hoppla, da sind wir ja bei Adam Hlousek." Und der spielt bekanntlich schon beim VfB – als neue, unverhoffte Alternative. Was bedeutet: Sportvorstand Robin Dutt grast jetzt nicht fieberhaft den Markt ab. Andererseits: Wenn es sportlich und finanziell passt, schlägt er bis zum Ende der Transferperiode am 31. August zu. Wobei das Alter und die Erfahrung für Zorniger unwichtig sind. „Ob wir am Ende eine Opa-Verteidigung oder einen Kinderriegel haben, ist wurscht“, sagt er. Was für Matthias Ginter (22) spricht – zumindest theoretisch.

Der Weltmeister ist in der Innenverteidigung von Borussia Dortmund nur vierte Wahl. Der VfB hat vorgefühlt – und erfahren: Der BVB leiht ihn nur aus – ohne Kaufoption. „Damit ist er uninteressant“, sagt Dutt, „wir bilden keinen Spieler aus und geben ihn dann seinem Verein zurück.“ Kalidou Koulibaly (24/SSC Neapel) wäre wohl zu teuer. „Wir prüfen alles“, sagt Dutt. Wobei er generell festgestellt hat: „Jeder Spieler, der jetzt auf dem Markt ist, hat irgendwo einen Haken. Sonst wäre er Stammspieler.“

Kommen Langkamp oder Brooks zum VfB?

Kann sein, muss aber nicht. Siehe Hertha BSC, wo sich drei ehemalige Stammspieler um zwei freie Plätze streiten. Vergangene Saison bildeten Sebastian Langkamp (27) und John Anthony Brooks (22) Herthas Innenverteidigung. Aktuell aber sitzt Brooks auf der Bank, dabei ist der US-Boy ein Juwel. Begründung von Trainer Pal Dardai: Weil Brooks erst spät vom Gold Cup zurückkam, half Kapitän Fabian Lustenberger hinten aus. Auf dessen Position im defensiven Mittelfeld hat sich seither Per Skjelbred festgespielt. So hat Dardai drei Topverteidiger, von denen einer zurzeit überzählig ist. Deshalb grübelt Langkamp. Sein Vertrag endet 2016, die Hertha will mit ihm verlängern, doch dafür will er eine Perspektive sehen. Womöglich findet er sie beim VfB eher. Langkamps Vorzüge: ruhiger Typ, aber meinungsstark, stabil auf hohem Niveau – und kopfballstark. „Vergangene Saison haben wir über 20 Gegentore nach Standards kassiert“, sagt Dutt, „da suchen wir einen langen Kerl.“ Das spricht für Langkamp (1,91 m). Für Brooks (1,93 m) allerdings auch.

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