Voller Einsatz: Pellegrino Matarazzo gibt an der Seitenlinie Gas. Foto: dpa/David Inderlied

VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo schärft vor dem wegweisenden Heimspiel gegen den VfL Bochum an diesem Samstag die Sinne – auch bei sich selbst.

Stuttgart - Die Ausgangslage des VfB ist klar – passend dazu waren das auch die Worte des Trainers Pellegrino Matarazzo vor dem Spiel gegen den VfL Bochum an diesem Samstag (15.30 Uhr). „Ganz ehrlich, wenn die Jungs es selbst nicht spüren, dass es Zeit ist, jetzt mal ein Spiel zu gewinnen, dann sind wir im falschen Geschäft“, sagte der Coach und ergänzte im Klartext-Duktus, dass „die Jungs wissen, worum es geht“.

 

Nur einen Punkt haben diese Jungs aus den vergangenen sieben Partien geholt. Der VfB hat vier Punkte Rückstand auf Platz 16, ein Dreier ist also Pflicht gegen Bochum – vorher präsentierte sich Matarazzo nicht nur mit klaren, sondern auch mit reflektierten Botschaften. Auf die Frage etwa, welche Fehler er selbst gemacht habe, sagte der Coach: „Ich bin immer selbstkritisch, aus dem letzten Spiel habe ich auch viel gelernt.“ Er wisse, dass er den einen oder anderen Fehler nicht zweimal machen werde, ergänzte Matarazzo – der mit Blick auf das vergangene Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen (2:4) dies erklärte: „Eine Erkenntnis ist, den Charakter der Spieler hoch zu bewerten: Wer nimmt also den Kampf an, wer hat eine Bindung zu seinen Mitspielern, wer aktiviert die anderen, dass die Gruppe zu einer Einheit wird, das ist wichtig.“

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Explizit hob Matarazzo die Defensivmänner Pascal Stenzel und Atakan Karazor hervor, er erwähnte noch „viele andere positive Beispiele“ – und ging auf Nachfrage auch auf die negativen ein: „Es gibt einen Unterschied zwischen dem Trainingsweltmeister und dem Wettkampftypen. Wir haben viele Wettkampftypen gesehen in Leverkusen, es gibt aber auch den einen oder anderen Spieler, der dem Druck nicht standhalten kann.“ Wenn das so sei, so sagte das Matarazzo so knapp wie klar, sei das kein Problem: „Dann müssen diese Spieler ein paar Wochen warten, bis sie ihre Chance bekommen.“

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Abwehrmann Waldemar Anton, darauf legte sich Matarazzo fest, muss das nicht tun. Er sei nach seiner Corona-Infektion wieder bereit, weshalb der so gelobte Stenzel gegen Bochum wahrscheinlich aus der Startelf rücken wird. Auch Stürmer Omar Marmoush ist nach seiner Covid-Erkrankung einsatzbereit, das aber nur für rund 30 Minuten, wie es der Coach betonte. Torjäger Sasa Kalajdzic stieg am Freitag nach seinem Bluterguss in der Wade wieder ins Mannschaftstraining ein. „Wir müssen schauen, ob seine Wade reagiert“, sagte Matarazzo – sollte Kalajdzic ausfallen oder auf der Ersatzbank Platz nehmen, rückt Neuzugang Tiago Tomas wie in Leverkusen ins Angriffszentrum.