Jubelsprung: Wataru Endo freut sich nach seinem Tor für den VfB Stuttgart. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß ist sicher in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Sportlich sagt das wenig – aber die Art des Auftritts ist wichtig, meint unser Sportredakteur Carlos Ubina.

Sebastian Hoeneß ist zufrieden. Mit dem Ergebnis, mit der Art und Weise, wie seine Mannschaft gespielt hat und vor allem mit der Haltung, die der VfB Stuttgart im DFB-Pokal gegen die TSG Balingen an den Tag gelegt hat. Drei Klassen liegen zwischen dem Fußball-Bundesligisten und dem Regionalligisten, und beim 4:0-Erfolg überzeugten die Stuttgarter mit ihrer Seriosität und Souveränität. Daraus kann der Trainer nun nur wenige sportliche Erkenntnisse ziehen, weil der Gegner zu brav auftrat. Doch das Team soll aus dem Erstrundensieg Stärke für den Bundesligastart am Samstag gegen den VfL Bochum gewinnen.

 

Eine deutlich höhere Intensität wird gegen das Team von VfL-Coach Thomas Letsch gefragt sein als am Samstagmittag in Reutlingen. Zwar waren die Ränge mit 13 400 Zuschauern voll besetzt, es herrschte zudem Feststimmung rund um das Stadion an der Kreuzeiche, aber auf dem Rasen kam kein Pokalkampf auf. Zu deutlich waren die Unterschiede, die sich durch die Tore von Enzo Millot (25.), Silas Katompa (34.) und Serhou Guirassy bereits im ersten Abschnitt offenbarten. Danach traf noch Wataru Endo (55.). Dabei erkannte der TSG-Trainer Martin Braun ein Muster: der VfB weiß nach Balleroberung schnell umzuschalten.

Schon eine Woche zuvor gegen Sheffield United hatte das zu Treffern geführt. Jetzt geht es darum, die Erfolgsmasche auch gegen die Bochumer zu praktizieren. Das ist der Maßstab. Hoeneß arbeitet daran – mit einem Kader, der aktuell gut genug wirkt, um sich von den Abstiegsrängen fern zu halten. Doch es gibt noch eine Reihe zentraler Spieler, die den VfB vor Ablauf der Transferperiode am 1. September verlassen könnten. Der Trainer lässt sich sich von dieser Ungewissheit jedoch vorerst nicht aus der Ruhe bringen. Er bleibt bei sich – und lebt seinem Team Seriosität vor.