Der Schlusspunkt: Silas Wamangituka trifft per Strafstoß zum 2:2. Foto: dpa/Marijan Murat

Durch einen strittigen Foulelfmeter in der Nachspielzeit kommt der VfB Stuttgart gegen Borussia Mönchengladbach noch zu einem 2:2-Unentschieden. Die Szene des Spiels führt hinterher zu hitzigen Diskussionen.

Stuttgart - Jonas Hofmann war außer sich. Der Gladbacher fand deutliche Worte für das, was in der vierten Minute der Nachspielzeit dem VfB Stuttgart gegen seiner Borussia noch einen Elfmeter und damit einen Punktgewinnen zum 2:2 einbrachte. „Wahnsinn“, „absolute Frechheit, dass so etwas eine klare Fehlentscheidung sein soll“ – Hofmann ließ keine zwei Meinungen gelten. Doch es gab noch viel mehr Sichtweisen. Zu komplex gestaltete sich die Szene in der 94. Minute. Nach einem langen Ball ließ sich VfB-Angreifer Sasa Kalajdzic mit dem Rücken weg vom Tor fallen. Umklammert von Ramy Bensebaini, und noch leicht am Fuß touchiert vom eigenen Mitspieler Waldemar Anton. Foul oder kein Foul? Schiedsrichter Felix Brych ließ zunächst weiterspielen, erst auf Intervention von Videoschiedsrichterin Bibiana Steinhaus schaute er sich die Szene noch einmal an – und entschied auf Strafstoß. Silas Wamangituka verwandelte sicher.

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Die Gäste echauffierten sich vor allem daran, dass es sich um keine klare Fehlentscheidung von Brych handelte, zunächst weiter spielen zu lassen. „Warum kommt da Köln?“, sagte Gladbachs Trainer Marco Rose und zuckte mit den Schultern. Christoph Kramer ergänzte: „Das ist ja nicht mal im Mittelfeld ein Foul. Wenn du dir die Szene anschaust, kannst du ja nie und nimmer darauf kommen, dass das eine klare Fehlentscheidung war. Dafür Elfmeter – das geht nicht.“

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Die Stuttgarter Seite sah die Sache naturgemäß anders. „Ich habe mich hineingelegt und wollte dann zum Ball gehen. Dann habe ich gespürt, dass ich gehalten werde. Schwer zu sagen, ob es ein Foul war. Ich will mich da nicht festlegen. Ich hatte schon das Gefühl, dass ich runtergezogen wurde“, erklärte dcr gefoulte Kalajdzic. Trainer Pellegrino Matarrazo hob auf den Kern der Szene ab – den Klammergriff von Bensebaini. „Er hat beide Hände um ihn herum, dann ist es Elfmeter. Ob es eine hundertprozentige Fehlentscheidung ist, weiß ich nicht. Wir lassen das so stehen.“

Matarazzo räumte ein, er könne den Unmut der Gladbacher verstehen. „Aber es ist, wie es ist.“ Am Ende war Schiedsrichter Felix Brych selbst nicht glücklich über seine Entscheidung: „Es war eine komplexe Szene. Ich denke, Stuttgart kann mit dem Elfmeter am Ende glücklich sein.“

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Fazit: Beide Sichtweisen sind nachvollziehbar. Halb zog er ihn, halb sank er hin: Letztlich wäre es eine Frage für Physiker, durch was oder wen Kalajdzic letztlich tatsächlich zu Fall kam. Und hätte es keinen Elfmeter gegeben – der Ärger des VfB wäre genauso nachvollziehbar gewesen.

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