Schiri Perl zeigt Rot für VfB-Verteidiger Klein (re.), Harnik entgeistert Foto: Bm

Am Ende war er so klein mit Hut. Die 2:3-Niederlage des VfB Stuttgart verfolgte VfB-Verteidiger Florian Klein in den Stadion-Katakomben. Er war mit Gelb-Rot vom Platz geflogen – binnen 81 Sekunden. „Ich bin selber erschrocken“, sagte der Österreicher, dessen Aussetzer die Pleite beim HSV mit besiegelte.

Hamburg - Draußen auf dem Rasen begann gerade die Schlussphase der Bundesligapartie des VfB Stuttgart beim Hamburger SV. Die Roten führten noch 2:1, und drinnen in den Katakomben des Volksparkstadions rutschte Florian Klein auf einem Stuhl unruhig hin und her. Der Rechtsverteidiger des VfB hatte in der 53. Minute die Gelb-Rote Karte gesehen, nun verfolgte er den Rest der Partie am TV-Schirm – von dem er sich allerdings abwandte, nachdem der HSV in der 84. Minute den Ausgleich erzielt hatte. Dass die ganze Sache ein noch schlimmeres Ende nahm, bekam er dennoch mit.

„Ich habe es gehört“, berichtete Klein. Genauer wäre gewesen: Er hat ihn gehört – den ohrenbetäubenden Lärm, den die Hamburger Fans machten, nachdem ihrem Team sogar noch der Siegtreffer gelungen war. „Dann war es umso bitterer“, sagte der Österreicher, der genau wusste, welch großen Anteil er hatte am Misserfolg des VfB am Samstagabend in Hamburg: „Mein Platzverweis war ausschlaggebend. Wir hätten das Spiel gewonnen, wenn wir zu elft geblieben wären.“ Wirklich widersprechen konnte ihm da keiner. Immerhin: Alexander Zorniger versuchte es.

Der Trainer des VfB Stuttgart sah in der Unterzahl seiner Mannschaft nämlich nicht den alleinigen Grund der negativen Wendung in den Schlussminuten. Zorniger sagte zwar: „Danach war es ein anderes Spiel.“ Er listete aber auch Fehler auf, die in der Schlussphase passiert waren – individuelle und mannschaftstaktische. Wirklich trösten konnte er Florian Klein damit allerdings nicht. Denn der wusste, dass man seinen Platzverweis gut und gerne in die Kategorie dämlich einordnen konnte.

Nur 81 Sekunden trennen die beiden Karten

Zwischen den beiden Verwarnungen, die der Österreicher kassierte, lagen nämlich gerade einmal 81 Sekunden. Und dass er vorbelastet derart hart einsteigt, ist kaum zu verstehen – am wenigsten für Klein selbst. „Ich bin richtig erschrocken, als ich gemerkt habe, wie sehr ich ihn getroffen habe“, sagte der Rechtsverteidiger, der mit gestrecktem Bein den Hamburger Matthias Ostrzolek an dessen Schienbein erwischte, und ergänzte: „Jeder weiß, dass ich so etwas nie mit Absicht machen würde.“ Vielmehr habe er nach einem schnellen Richtungswechsel Halt und Gleichgewicht ein wenig verloren, so kam er zu spät und musste richtigerweise vom Platz. „So etwas sollte nicht passieren, aber es kann eben passieren“, sagte VfB-Sportvorstand Robin Dutt. Und Alexander Zorniger meinte: „Wir reißen Flori deswegen nicht den Kopf runter.“ Der ist so gestraft genug.

In der vergangenen Saison bestritt der 28-jährige Österreicher alle 34 Bundesligaspiele für den VfB, nun fehlt er am kommenden Samstag im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt. „Ich bin normal keiner, der viele Gelbe Karten bekommt“, sagte er. Lediglich zwei waren es in der vergangenen Saison, vom Platz flog er letztmals in der Saison 2011/12 im Trikot des FK Austria Wien (grobes Foulspiel). Zwei Jahre zuvor sah er wegen Handspiels auf der Torlinie Rot. Parallele zum Samstag: Auch diese beiden Partien verlor sein Team in Unterzahl.

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