VfB Stuttgart Die Wahnsinnswoche des Helmut Cacau

Von Julia Rapp 

Nach sieben Treffern in drei Spielen hofft  Cacau auf einen Platz in der Startelf gegen Argentinien.

Stuttgart - Sieben Tore in acht Tagen - hinter Cacau liegt die Woche seines Lebens. Nach seinen zwei Treffern beim 2:1 (2:1) gegen Eintracht Frankfurt ist der VfB-Profi der beste Stürmer der Rückrunde - und ein Kandidat für die Startelf im Länderspiel gegen Argentinien.

Cacau ist ein bescheidener Mensch. Wer ihn nach dem wichtigen 2:1(2:1)-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt reden hörte, der konnte meinen, es passiere alle Tage, dass ein Stürmer in drei Spielen sieben Tore schießt. Er freue sich für die Mannschaft, sagte Cacau. Dabei hatte er die Frankfurter mit seinem Doppelpack (41./45.) quasi im Alleingang erledigt. So wie acht Tage zuvor Köln (5:1) mit vier Treffern. Das Traumtor gegen Barcelona nicht zu vergessen. ,"Das ist die Woche des Cacau", sagte Sami Khedira. "Besser geht es nicht", schwärmte Christian Träsch. Und VfB-Trainer Christian Gross prophezeite: "Diese Woche wird seiner Karriere neue Impulse geben."

Manch einer würde ob solcher Lobeshymnen den Boden unter den Füßen verlieren. Nicht Cacau. Der bleibt Cacau. Oder eben Helmut. So rufen ihn seine Kollegen, seit er erstmals in die Nationalmannschaft berufen wurde. Ein deutscher Nationalspieler, meinte der ehemalige Team-Spaßvogel Ludovic Magnin damals, brauche einen deutschen Namen. Die Nominierung brachte Cacau aber nicht nur einen neuen Spitznamen. Sie brachte ihm auch Spott und Häme. Ein Lückenbüßer für die Asienreise sei er, hieß es. Kein ernstzunehmender Kandidat, schon gar kein Typ für die WM. Cacau wurde belächelt.

Die Hinrunde gab den Kritikern recht. Nur drei Tore in 13 Spielen. Dazu Verletzungen und der Verlust des Stammplatzes. "Er hat eine schwere Zeit hinter sich", sagte Khedira. Doch Cacau kann mit solchen Situationen umgehen. Dafür hat er seinen Glauben und seine Familie, Ehefrau Tamara und die Kinder Lidia und Levi. "Ich habe gelernt nie aufzugeben", sagte er. Und so kämpfte Cacau.

Um seine Chance bei Christian Gross, um sein Ticket für die WM und um einen neuen Vertrag beim VfB. "Er hat sich sehr professionell verhalten", sagte sein Trainer. Und er hat härter an sich gearbeitet als je zuvor. Nicht nur an seinem Körper. Ein Mentaltrainer habe ihm neue Gelassenheit gegeben, hatter er nach dem Barcelona-Spiel erzählt. Wer genau den Hebel in seiner Psyche umgelegt hat, verriet Cacau auch am Samstag nicht. "Ich arbeite schon länger mit ihm, so etwas klappt nicht von einem Tag auf den anderen", sagte er nur und lächelte geheimnisvoll.

Cacau kann derzeit nichts aus der Ruhe bringen. Nicht einmal sein auslaufender Vertrag. "Wir sind in Gesprächen. Der VfB kennt meine Wünsche. Wenn alles passt, würde ich gerne bleiben, wenn nicht, dann nicht", sagte er. Nach der Traumwoche weiß Horst Heldt besser denn je, was er an seinem dienstältesten Spieler hat. "Er hilft uns derzeit sehr", sagte er und: "Wir wollen gerne mit ihm verlängern." Argumente hat Cacau dem Manager genug geliefert.

Mit einem Helmut Cacau in dieser Form muss der VfB keinen Gegner fürchten - belächeln wird den Nationalspieler nach dieser Wahnsinnswoche jedenfalls keiner mehr.

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