Jubeln wollen die Roten auch im Pokalspiel gegen Frankfurt. Foto: dpa

Der DFB-Pokal lohnt sich. Bruno Labbadia verzichtet weitgehend auf Rotation gegen Frankfurt.

Stuttgart - Der sportliche Reiz des DFB-Pokals ist groß, noch größer aber ist die finanzielle Verlockung. Sechs Siege sind über zehn Millionen Euro wert. Deshalb hat für den VfB Stuttgart die Partie gegen den FSV Frankfurt Endspiel-Charakter.

An den 27. August 1995 erinnert sich Fredi Bobic äußerst ungern. An jenem Abend trat der Stürmer mit dem VfB in der zweiten Runde des DFB-Pokals beim damaligen Regionalligisten SV Sandhausen an - und erlebte sein blaues Wunder. Am Ende stand es 14:15 nach dem bis heute längsten Elfmeterschießen der DFB-Pokal-Geschichte. Der VfB, bei dem Frank Verlaat nach sieben Minuten die Rote Karte gesehen hatte, erlebte einen Albtraum, der Außenseiter feierte die Sensation. "26 Elfmeter! Ich dachte, das hört nie auf", sagte Sandhausens Trainer Hans-Jürgen Boysen.

Bobic ist also gewarnt, wenn am Mittwoch der FSV Frankfurt in der Mercedes-Benz-Arena auf die nächste Überraschung lauert. Nicht nur deshalb, weil in dem Zweitligisten wieder ein unterklassiger Gegner kommt, sondern auch, weil der Trainer der Hessen Hans-Jürgen Boysen heißt. Genau, jener Boysenvon damals. "Wir wollen die Sensation schaffen. Und es wird funktionieren, wenn alles stimmt und der VfB mit dem Gefühl antritt, uns im Vorbeigehen schlagen zu können", hofft er.

Der Sieger bekommt zusätzlich 2,5 Millionen Euro

Letzteres aber wird nicht passieren, dafür sorgen Fredi Bobic und Trainer Bruno Labbadia. Beide wissen sie zu genau um die Bedeutung des Pokal-Wettbewerbs. Sportlich, vor allem aber finanziell. Für die ersten beiden Runden nahm der VfB 350.000 Euro an Fernsehgeldern ein, für den Einzug in die dritte Runde gibt es weitere 531.250 Euro. Richtig lukrativ wird es vom Viertelfinale an, wo 1,125 Millionen zu verdienen sind. Der Halbfinaleinzug bringt weitere 1,75 Millionen Euro, der Finalist kassiert noch mal zwei Millionen, der Sieger 2,5 Millionen Euro. Zusammen mit den Zuschauer- und Sponsoreneinnahmen ist der Pokalsieg mehr als zehn Millionen Euro wert. Überdies sichert er einen Platz in der Europa-Liga, die weitere Einnahmen garantiert. "Das ist der kürzeste Weg ins internationale Geschäft", weiß Fredi Bobic - und zu den Geldtöpfen. Ein Sieg gegen Frankfurt und vier weitere Erfolge, dann wäre es so weit.

Dafür fordert Bruno Labbadia volle Konzentration. Wie vor einem Bundesligaspiel bezog die Mannschaft am Dienstagabend Quartier im Hotel. "Ohne den FSV Frankfurt kommst du nicht ins Finale. Das ist ein Endspiel - so müssen wir da rangehen", sagt Labbadia. An diesem Vormittag steht noch eine Trainingseinheit an. Groß schonen wird er seine Spieler auch nicht: "Wir rotieren nur, wenn es zu unseren spieltaktischen Überlegungen passt."

Am ehesten wird sich Zdravko Kuzmanovic eine Pause gönnen dürfen. Nach seiner Wadenverletzung spielte der Serbe in Nürnberg durch. Er benötigt seine Kräfte für den Bundesliga-Hit gegen Borussia Dortmund am Samstag. In diesem Fall hofft Christian Gentner auf eine Chance in der Startelf. Möglicherweise verzichtet Labbadia auch auf Shinji Okazaki. Dann käme Ibrahima Traoré zum Zug - oder Timo Gebhart, der schon seit längerem mit wachsender Ungeduld auf seine Chance lauert.

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