Die Ultras des VfB Stuttgart wollen Wolfgang Dietrich nicht als Präsident. Ob er bei der Mitgliederversammlung trotzdem gewählt wird? Foto: Pressefoto Baumann

Wird Wolfgang Dietrich Präsident des VfB Stuttgart? Wie geht es mit dem Aufsichtsrat weiter? Die Ultras vom Commando Cannstatt haben bei der Mitgliederversammlung klare Vorstellungen.

Stuttgart - Schon seit Wochen machen die Ultras vom VfB Stuttgart deutlich, was sie von Wolfgang Dietrich als einzigem möglichen Präsidenten für die anstehende Mitgliederversammlung am 9. Oktober halten. Nicht zu übersehen die Plakate mit dem Dietrich-Konterfei und dem Wort „Spalter“. Ebenso diverse Banner mit Botschaften wie „Keine Wahl darf nicht Dietrich bedeuten“.

Nun haben die Ultras vom Commando Cannstatt in einer öffentlichen Mitteilung kundgetan, mit welcher Haltung sie in die Versammlung am Sonntag gehen – und was sie von den anderen Mitgliedern erwarten. Vier Punkte sind ihnen dabei wichtig:

„Dietrich nicht wählen!“ Dazu das Commando: „Seit seiner Nominierung muss Wolfgang Dietrich den Mitgliedern schmackhaft gemacht werden. Ein Konzept für den VfB scheint im Moment völlig zweitrangig. Wir fordern eine Wahl zwischen zwei Kandidaten, die ein klares Konzept vertreten.“

Die Ultras wider den Aufsichtsrat

„Satzungsänderungen nicht annehmen!“ Dazu die Ultras: „Das sogenannte „Demokratisierungspaket“ hat diesen Namen nicht verdient. Einige positive Vorschläge aus der Vereinsentwicklung sind nur im Paket mit einer komplett umgekrempelten Geschäftsordnung, einer fast komplett entmachteten Mitgliederversammlung und einem skandalösen internen Strafensystem zu haben.“

Den „Aufsichtsrat abwählen“! Die Fans vom Commando Cannstatt: „Der Spielplatz der Sponsorenvertreter hat ausgedient. Die Nachwahl von Franz Reiner von der Mercedes Benz Bank ist ein weiterer Schritt in die völlig falsche Richtung. Auch Herrn Ohlicher muss man in diesem Zusammenhang nicht uneingeschränkt positiv sehen. Eine 1985 beendete Profilaufbahn ohne Anschlussbeschäftigung im Fußball macht ihn nicht unbedingt zu einem Sportexperten auf der Höhe der Zeit. Wir brauchen einen echten Aufsichtsrat mit Vertretern aus Sport, Wirtschaft, Gesellschaft, Stadt und einem Vertreter der Fans.“

Mitbestimmung, aber keine Briefwahl und Online-Abstimmung

Das sogenannte „Freiland-Paket“ abwählen: „Auch das Paket von Dirk Freiland lehnen wir ab, da es das Thema Briefwahl/Onlineabstimmung beinhaltet. Dieses Konzept wurde bereits vor einigen Jahren abgelehnt, es jetzt wieder zu versuchen zeugt von wenig Respekt vor der Mitgliederversammlung. Eine Briefwahl ist keine nette Alternative für ältere oder weit entfernte Mitglieder, sondern macht die Mitgliederversammlung als Präsenz- und Diskussionsveranstaltung mit einem Schlag sinnlos, da dann im Laufe der Mitgliederversammlung keine Anträge mehr zur Abstimmung gegeben werden können. Zudem hätten dann auch die Redebeiträge auf der Mitgliederversammlung keinen Einfluss mehr auf die Abstimmung, da eine Briefwahl vor der Versammlung bereits erfolgt sein muss. Auch bei Onlineverfahren wäre dies zumindest problematisch.“

Klar ist, die Mitgliederversammlung am Sonntag birgt einigen Zündstoff. Ausgang völlig offen.

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