Arthur Bokas Vertrag beim VfB Stuttgart hat sich automatisch verlängert. Foto: dpa

VfB-Verteidiger Arthur Boka spricht im Interview über seinen neuen Vertrag, seine Einstellung und persönlichen Ziele.

Stuttgart - Der VfB-Verteidiger Arthur Boka spricht im Interview über seinen neuen Vertrag, seine Einstellung und seine persönlichen Ziele.

Herr Boka, am Sonntag war ein schlechter Tag – und gleichzeitig ein guter.
(Schaut irritiert) Für mich war es nur ein schlechter Tag. Wir haben ein Spiel verloren.

Sie hatten trotzdem ein Erfolgserlebnis. Sie haben Ihr 25. Pflichtspiel in dieser Saison bestritten, dadurch hat sich Ihr Vertrag automatisch um ein Jahr verlängert.
(Winkt ab) So denke ich nicht. Wenn man verliert, ist alles schlecht.

Das ehrt Sie. Aber ein wenig freuen Sie sich doch auch, dass es hier weitergeht, oder?
Ich freue mich immer, dass ich für den VfB spielen kann.

In dieser Saison spielen Sie besser und vor allem konstanter als davor. Woran liegt das?
Ich bin jetzt im Kopf freier. Ich habe mir viele Gedanken gemacht: Was ist früher vielleicht falsch gelaufen?

Ihre Erkenntnisse?
Ich denke jetzt mehr an Fußball. Früher war ich jung und lebenslustig, da war ich mit dem Kopf nicht immer beim Fußball. Ich bin erwachsener und reifer geworden.

Professioneller?
Wenn Sie so wollen – ja.

Wie wirkt sich das im Alltag aus?
Ich bleibe jetzt fast immer abends zu Hause. Früher war ich gern unterwegs, inzwischen ist das anders.

Wie schwer fällt Ihnen diese Umstellung?
Ich habe einfach gemerkt, dass es klappt, dass meine Leistungen dadurch besser werden. Und dass ich eine andere Denkweise bekommen habe. Früher hatte ich immer ein „Ja, aber“ im Kopf. Jetzt habe ich deutlich mehr Selbstvertrauen. Als ich das gespürt habe, da wusste ich: Das war die richtige Entscheidung.

Haben Sie die allein getroffen – oder hat Sie jemand anderes auf den richtigen Weg gebracht?
Meine Eltern haben immer wieder mit mir geredet. Sie haben gesagt: „Junge, dein Leben ist der Fußball, konzentriere dich darauf, gib alles für deinen Sport.“ Da habe ich mir selbst gesagt: Okay, jetzt reicht es (lacht). Jetzt­ verhalte ich mich deutlich besser als Profi.

Nennen Sie ein Beispiel.
Statt wie früher abends wegzugehen, schaue ich mir jetzt meine Spiele auf Video an. Nur Szenen, bei denen ich und mein Verhalten auf dem Platz zu sehen sind. Ich schaue dann immer: Was hast du schlecht gemacht? Und ich sage Ihnen eines: Ich will immer besser werden.

Ihr neuer Vertrag endet 2014. Wo wollen, wo werden Sie dann in Ihrer persönlichen Entwicklung stehen?
Ich werde nächstes Jahr noch besser sein als dieses. Ich bin noch nicht fertig, meine Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen. Ich werde immer dazulernen, bis zu dem Tag, an dem ich mit Fußball aufhören werde.

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