Das Zustandekommen der Niederlage beim SC Freiburg war ärgerlich. Der VfB tut aber gut daran, sich damit nicht lange aufzuhalten, kommentiert unser Autor Dirk Preiß. Denn: Siege werden immer dringlicher.
Der Kampf gegen den Abstieg war noch selten eine Oase der Ruhe, Aufgeregtheiten gehören im Rennen um die sicheren Platzierungen zur Tagesordnung, und diskutiert wird über jede Kleinigkeit. Auch am Samstagnachmittag.
Da ging es weniger um Kleinigkeiten, als vielmehr um zwei Strafstöße, die das Auswärtsspiel des VfB Stuttgart beim SC Freiburg (1:2/Statistiken und Liveticker zum Nachlesen) entschieden haben. Zweimal hatte der Schiedsrichter Sascha Stegemann nicht auf Elfmeter entschieden, zweimal griff der Videoassistent ein – weshalb die Aufregung hinterher groß war.
In den Katakomben wurde getobt, der VfB-Coach Bruno Labbadia erklärte sich zum „totalen Gegner“ des Video Assistant Referee (VAR) und prangerte die Enteierung der Schiedsrichter an. Der Frust war verständlich, schließlich erschloss sich zumindest in der zweiten Szene tatsächlich nicht wirklich, warum Stegemanns Entscheidung gegen einen Elfmeterpfiff auf jeden Fall hatte revidiert werden müssen. Eine klare Fehlentscheidung hatte jedenfalls eher nicht vorgelegen.
Gute Ansätze, aber auch weiter Probleme
Es ist das gute Recht der VfB-Protagonisten, hier den Finger zu heben. Allerdings: Sie tun auch gut daran, die Diskussion damit auch gleich wieder für beendet zu erklären. Das Zustandekommen der Niederlage in Freiburg war bitter, ja. Aber so ganz unschuldig daran waren die Stuttgarter daran ja auch nicht.
Zum einen gab es eben diese beiden Zweikämpfe, die anders als fast alle anderen Defensivduelle eben nicht perfekt bestritten worden sind. Zum anderen sind andere Probleme, wie etwa im Spiel nach vorne noch lange nicht gelöst. Chris Führich erzielte zwar einen sehenswerten Treffer zur Stuttgarter Führung. Danach verpassten es die VfB-Angreifer aber, bei ihren weiteren Möglichkeiten, zwingender, entschlossener, konsequenter und zielstrebiger zu agieren.
Erst zwei Punkte hat der VfB unter Bruno Labbadia im Jahr 2023 erst geholt, fünf Partien sind aber schon gespielt. Und zuletzt wurden gute Möglichkeiten verpasst, in der Tabelle einen Sprung nach vorn zu machen – die Konkurrenz im Keller hätte es durch ihre Ergebnisse ermöglicht. Im VfB-Spiel Einige gute Ansätze sind zu erkennen im VfB-Spiel. Das Risiko, den Glauben zu verlieren, steigt aber mit jedem Nackenschlag, mit jeder weiteren Niederlage. Das Projekt Punktesammeln duldet daher keinen Aufschub mehr.
Die Verantwortlichen tun also gut daran, sich schnell wieder aufs Wesentliche zu konzentrieren, die Geschehnisse von Freiburg abzuhaken und weitere Diskussionen zu vermeiden. Denn wenn nicht bald Siege gelingen, kommen die von ganz alleine.