Bissiger Zweikampf: VfB-Verteidiger Ozan Kabak (li.) attackiert Werder-Stürmer Milot Rashica Foto: Bongarts

Der VfB Stuttgart spielt in der Fußball-Bundesliga bei Werder Bremen 1:1, der Sportvorstand Thomas Hitzlsperger äußert sich hinterher zur Zukunft von Trainer Markus Weinzierl.

Bremen - Markus Weinzierl, der Trainer des VfB Stuttgart, mag Partien am Freitagabend. Erst Flutlicht-Atmosphäre und dann zwei Tage zurückgelehnt schauen, was die Konkurrenz macht, das ist ganz nach seinem Geschmack. Richtig Spaß macht dies freilich nur nach einem erfolgreichen Start in den Spieltag, der dem VfB am Freitagabend bei Werder Bremen aber durchaus gelungen ist – mit einem 1:1 (1:1) an der Weser. „Den Punkt nehmen wir mit, der tut uns gut“, sagte der Stuttgarter Stürmer Mario Gomez. „Es ist natürlich gut, dass wir keine Niederlage hinnehmen mussten, sondern ein kleines Erfolgserlebnis haben.“

Für Weinzierl bedeutet das Unentschieden nach einem ordentlichen Auftritt, dass er trotz seiner insgesamt schlechten Bilanz und sieben Spielen nacheinander ohne Sieg weitermachen darf. Die Frage nach dem Trainer lächelte der neue VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger einfach nur weg: „Wir haben Fortschritte gemacht, das hat jeder gesehen.“ Weinzierl wird also auch beim Kellerduell des Tabellendrittletzten am nächsten Samstag (15.30 Uhr) zu Hause gegen den Tabellenvorletzten Hannover 96 auf der Bank sitzen. „Ja, klar“, sagte Hitzlsperger auf die Nachfrage zur Trainerfrage.

Marc Oliver Kempf muss wegen Unwohlseins in der Pause vom Platz

Der VfB ging die Begegnung in Bremen mit genau der gleichen Startformation an wie zuvor das Heimspiel gegen RB Leipzig (1:3). Also mit einer Fünferkette in der Abwehr und mit Gonzalo Castro im defensiven Mittelfeld anstelle des Kapitäns Christian Gentner, der zum zweiten Mal nacheinander auf der Bank saß. Allerdings kam Gentner bereits zur Halbzeit ins Spiel, weil Marc Oliver Kempf wegen Unwohlseins nicht mehr weitermachen konnte.

Es war das erste Mal in dieser Saison, dass es nicht eine Änderung in der VfB-Anfangself gab. Und das sollte sich auszahlen. Die Stuttgarter standen in der ersten Hälfte mit einer 5-3-2-Grundordnung sehr kompakt. Durch den Personalwechsel in der Pause mussten sie diese jedoch auf ein 4-4-2 ändern, wobei sie nach der Einwechslung von Holger Badstuber in der Schlussphase zu einem 5-3-2 zurückkehrten.

Der neue VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger bewertet das Spiel positiv

Nur 61 Sekunden waren gespielt, da rieben sich nicht wenige VfB-Fans verwundert die Augen. Denn es stand nach einem Tor von Steven Zuber ein 1:0 aus Stuttgarter Sicht auf der Anzeigetafel in Bremen. Eine frühe Führung, so etwas hatte es schon lange nicht mehr gegeben. Zuletzt war beim VfB ja eher ein schneller Rückstand fast schon vorprogrammiert gewesen. „Ich bin froh über den Punktgewinn. Die Spieler haben bis zur letzten Sekunde gekämpft und Leidenschaft gezeigt“, sagte Hitzlsperger. „Ich bewerte das Spiel positiv. Es kann uns viel Auftrieb geben. Es war ein Schritt in die richtige Richtung, das haben wir alle gesehen.“

Das Feuerwerk, das der Bremer Trainer Florian Kohfeldt für die Anfangsphase angekündigt hatte, blieb aus. Die Stuttgarter hielten gut dagegen und die Räume mit viel läuferischem Aufwand eng, sie ließen nur wenig zu. Wobei der Bremer Druck stetig zunahm und der VfB nur wenig Entlastung hatte. Mario Gomez vergab gleich zwei gute Gelegenheiten zu erhöhen (9., 44. Minute).

Ron-Robert Zieler bewahrt die Stuttgarter vor einer Niederlage

Auf der anderen Seite schoss der auffällige Bremer Offensivspieler Milot Rashica einmal nach schönem Dribbling knapp vorbei (15. Minute), einmal war bei seinem Schuss im Strafraum noch ein Stuttgarter Bein im Weg (30.). Es war dann Davy Klaassen, der mit einem sehenswerten Distanzschuss für die Bremer zum 1:1 ausglich (45.). Nach einer Verkettung unvorteilhafter Umstände beim VfB. Mario Gomez traf vorne nicht. Emiliano Insua spielte den Ball zu schnell anstatt zu verlangsamen, was zu einem Ballverlust führte – und die Stuttgarter schalteten dieses eine Mal anders als zuvor schlecht um. Gonzalo Castro verlor den Zweikampf vor dem Klaassen-Schuss. Und Torwart Ron-Robert Zieler kam nicht ganz an den Ball heran. Ein bitterer Ausgleich.

Zieler vermochte die Stuttgarter allerdings später vor einer Niederlage bewahren. Einmal parierte er bei einem Schuss von Nuri Sahin (71.), einmal reagierte er stark nach einem Kopfball von Theodor Gebre Selassie (79.). „Es ist bitter, es ist irgendwo ein verlorener Punkt, auch wenn wir sehr in die Defensive gedrängt wurden“, sagte Mario Gomez hinterher und blickte direkt voraus: „Jetzt müssen wir das Spiel zu Hause gegen Hannover gewinnen.“

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