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Mit einem Sieg gegen 1899 Hoffenheim will Sami Khedira in die Winterpause gehen. "An dieser Situation sind nur wir schuld", sagt der VfB-Mittelfeldspieler im Interview.

Stuttgart - Mit einem Sieg gegen 1899 Hoffenheim an diesem Samstag will Sami Khedira in die Winterpause gehen. "Wir müssen jetzt punkten, punkten, punkten", sagt der Mittelfeldspieler des VfB Stuttgart.

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Herr Khedira, Ihre Verletzung haben sie überstanden, Ihr Comeback war erfolgreich. Wie anstrengend waren die vergangenen Wochen für Sie - auch mental?

Das war eine extreme Doppelbelastung. Ich habe hart an mir gearbeitet, um schnell wieder fit zu werden. Dann noch gleichzeitig am Spielfeldrand oder vor dem Fernseher sitzen zu müssen, die Mannschaft zu sehen und nicht eingreifen zu können, das war sehr schwer. Ich habe aber versucht, dem Team außerhalb des Spielfeldes zu helfen.

Wie ist derzeit die Stimmung im Team?

Sehr sehr positiv. Jeder will sich selber beweisen, dass er das Fußballspielen und das Siegen nicht verlernt hat. Damit haben wir in der Champions League angefangen. Aber viel wichtiger ist der Bundesliga-Alltag. Wir sind in einer sehr schwierigen Situation - mittendrin im Kampf gegen den Abstieg. Das muss uns allen bewusst sein. Wir brauchen jeden einzelnen Zähler.

In Mainz wurden gleich zwei verschenkt.

Deshalb müssen wir nun zuhause gegen Hoffenheim siegen. Nicht, weil das ein Derby ist, sondern weil wir die Punkte brauchen.

Nach dem Spiel in Mainz stand Jens Lehmann im Fokus - wie haben Sie das Ganze erlebt?

Über die Aktion von Jens Lehmann haben wir intern diskutiert. Aber wichtig war, dass wir in Mainz gekämpft haben bis zum Umfallen - umso bitterer war es, dass wir um den verdienten Lohn gebracht wurden.

Hat sich Lehmann beim Team entschuldigt?

Ja, damit ist die Sache erledigt. Klar ist aber: Keiner darf dem Team mehr schaden.

Wie sehen Sie Ihre Rolle im Team?

Wie ich sie auch auf dem Platz interpretiere. Als zentraler Mittelfeldspieler muss ich Verantwortung übernehmen. Dabei hat mir meine Rolle als Kapitän bei der U-21-EM im Sommer geholfen. Ich fühle mich als Führungsspieler und versuche auch so zu handeln.

Was erwarten Sie vom Spiel gegen 1899?

Gerade weil so viele Spieler krank oder verletzt sind, müssen wir gewarnt sein. Die Spieler, die zum Zug kommen, werden hochmotiviert sein. Das ist ein Warnsignal.

Ärgert es Sie, dass der badische Nachbar schon wieder vor dem VfB steht?

Es gibt ja wenige Mannschaften, die nicht vor uns stehen. Wir müssen jetzt nur auf uns schauen und punkten, punkten, punkten. Denn das ist keine schöne Situation. Das macht keinem Fußballer Spaß.

Aber selbst ein Sieg könnte Sie nicht über die enttäuschende Hinrunde hinwegtrösten.

Ich bin in die Saison gegangen, um das Maximale zu erreichen. Und da sind wir ganz weit davon entfernt. An dieser Situation sind aber nur wir selbst schuld, weil wir nicht genug gegeben und die Gefahr nicht früh genug erkannt haben. Jetzt muss sich zeigen, wer bereit ist, sich dem Kampf gegen den Abstieg zu aufopfern.

Ihr Vertrag beim VfB läuft 2011 aus. Werden Sie verlängern?

Dass der Verein verlängern will, ist kein Geheimnis. Aber ich denke, der Manager hat im Moment noch andere Sorgen. Wir sehen uns täglich auf dem Clubgelände und er hat die Telefonnummer meines Beraters. Wir sind gesprächsbereit. Aber wo diese Gespräche hinführen, weiß ich jetzt noch nicht. Klar ist, ich fühle mich wohl beim VfB. Aber klar ist auch dass ich hohe Ansprüche habe. Ich möchte dauerhaft auf einem hohen Niveau spielen, um mich auch für die Nationalelf anzubieten. Das bedeutet Champions League. Man muss differenzieren zwischen dem Wohlfühlfaktor und den sportlichen Zielen. Aber ich bin auch überzeugt davon, dass der VfB bald wieder um die internationalen Plätze mitspielen wird. Momentan sehe ich meine Zukunft in Stuttgart.

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