Ehrenamtliche und Gäste treffen sich im neuen Blarer. Foto: Roberto Bulgrin

Noch bis zum 12. Februar können sich die Gäste in Esslingen für einen kleinen Preis mit warmem Essen versorgen. Die Ehrenamtlichen der Vesperkirche tischen wieder auf.

Die Linsen mit Spätzle gingen weg wie warme Semmeln. Kurz nach 13 Uhr sind die letzten Portionen serviert worden. Wer jetzt noch ein günstiges Mittagessen möchte, kann sich auf ein buntes Kartoffelcurry mit Lauch, Paprika Kokosmilch und Pfirsich freuen. Auch am dritten Tag der ökumenischen Esslinger Vesperkirche werden alle Gäste im evangelischen Gemeindehaus am Blarerplatz satt. Und neben einem guten Essen warten auf die Besucherinnen und Besucher viele strahlende Gesichter.

 

Viele Ehrenamtliche wollen etwas Gutes tun

„Es freut mich so, wieder dabei zu sein“, berichtet eine der ehrenamtlichen Helferinnen und streicht ihre weiße Schürze glatt. Während der Coronapause habe ihr der Kontakt zu den Gästen genauso gefehlt wie der in der Gruppe. Etwas Gutes tun und zuzuhören, sei ihr Antrieb beim Einsatz für die Vesperkirche und ihre Nachbarin nickt dazu. Besonders gut gefalle ihnen die Arbeit im Service, erklären die beiden Frauen, denn beim Bedienen gebe es Gelegenheit, nicht nur ein paar Worte mit den Gästen zu wechseln, sondern sich auch einmal länger über Sorgen, Nöte und Freuden auszutauschen.

Das Gesamtpaket scheint auch bei den Besuchern gut anzukommen. „Der Eröffnungstag der Vesperkirche war wunderbar. Das Essen ist lecker und die Mitarbeiter sind prima“, steht im Gästebuch mit Blick auf den vergangenen Sonntag zu lesen und ein weiterer Eintrag konstatiert: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Engel.“

Kaffee und Kuchen runden das Essen ab

„Hier ist es schön hell, das gefällt mir“, sagt ein Besucher, der zum ersten Mal im großen Saal im Blarer sitzt. Als Stammgast der Vesperkirche hat er in den Jahren vor Corona häufig das Essensangebot in der Frauenkirche genutzt. Auf den neuen Vesperkirchenort sei er über ein Flugblatt aufmerksam geworden, das im Tagestreff St. Vinzenz auslag. Auch zwei junge Männer, die im Esslinger Diakonieladen arbeiten, sind angetan, wie schön man im Blarer speisen kann. „Das Essen war sehr gut und das zu dem Preis“, lobt der eine und greift zu der Tüte mit Kuchen, die ihm eine der Frauen vom Serviceteam auf den Tisch gelegt hat. „Den gibt es nachher in der Kaffeepause“, sagt er und bedankt sich lächelnd.

„Wir können hier wirklich unser Motto vom gemeinsamen Essen an einem Tisch verwirklichen“, erklärt Siegfried Bessey, der an diesem Tag gemeinsam mit Beate Latendorf als Tagesleitung der Vesperkirche fungiert. Die beiden Esslinger gehören zum Vesperkirchenteam der ersten Stunde. Und Latendorf ergänzt: „Hier haben wir vor dem allerersten Mal getagt und alles geplant.“

Die Logistik ist hier einfacher

Nach vielen Jahren Vesperkirche in der Esslinger Frauenkirche haben die Verantwortlichen um Projektleiter Bernd Schwemm und Dekan Bernd Weißenborn sich für einen Wechsel ins Gemeindehaus am Blarer entschieden, weil hier mit weniger Aufwand geheizt und versorgt werden kann. „Die Logistik ist hier viel einfacher und es kann auch mal schnell durchgelüftet werden“, erklärt Schwemm. „Für uns ist es auch angenehmer“, meint eine Helferin, denn im gut temperierten Blarer müsse sie nicht mehr so viele Schichten Kleidung tragen, wie früher in der kalten Frauenkirche.

Und auch das Gequetsche durch die engen Kirchenbänke entfällt. Dass nicht alle Plätze belegt sind, führt Bernd Schwemm auf das Nebeneinander der Vesperkirchen in Esslingen, Kirchheim, Nürtingen und Stuttgart zurück. Und vermutlich habe sich noch nicht bei allen herumgesprochen, wo das Gemeindehaus am Blarerplatz zu finden ist.

Die Vesperkirche hat bis Sonntag, 12. Februar, immer von 11.30 bis 14.30 Uhr geöffnet.