Oscar Pistorius muss erneut vor Gericht. Foto: AP

Oscar Pistorius wurde 2016 wegen des Totschlags an seiner Freundin Reeva Steenkamp zu sechs Jahren Haft verurteilt. Nun soll der Fall auf Antrag der Staatsanwaltschaft neu verhandelt werden.

Johannesburg - Im Fall des wegen Totschlags verurteilten früheren südafrikanischen Sprintstars Oscar Pistorius kommt es erneut zu einer Berufungsverhandlung. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wird das höchste Berufungsgericht des Landes in der Stadt Bloemfontein am 3. November das zuletzt gegen Pistorius verhängte Strafmaß von sechs Jahren prüfen, wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte.

Der unterhalb seiner Knie amputierte frühere Sprinter Pistorius hatte am Valentinstag 2013 seine damalige Freundin erschossen. Nach einer rund drei Jahre langen juristischen Auseinandersetzung wurde Pistorius 2016 in einem Berufungsverfahren wegen Totschlags zu sechs Jahren Haft verurteilt. Die Staatsanwalt will nun jedoch ein höheres Strafmaß erreichen, das Strafmaß sei zu „mild“ gewesen, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Luvuyo Mfaku. Die Mindeststrafe für Totschlag sei in Südafrika normalerweise 15 Jahre.

Eine Anwältin der Familie Steenkamp begrüßte die erneute Berufung

Pistorius hatte seine damalige Freundin Reeva Steenkamp in seinem Haus mit vier Schüssen durch eine Toilettentür getötet. Er beteuerte, einen Einbrecher hinter der Tür vermutet zu haben.

Eine Anwältin der Familie Steenkamp begrüßte die erneute Berufung. Die Familie sei der Meinung, dass das Strafmaß „nicht die richtige Botschaft an die Gesellschaft darstellt“, sagte Tania Koen.

Pistorius waren als Kind beide Beine unterhalb der Knie amputiert worden. Das hinderte ihn, heute 30 Jahre alt, nicht an einer beeindruckenden Sportkarriere: Bei Paralympischen Spielen gewann der Sprinter auf eigens angefertigten Karbon-Prothesen insgesamt sechs Goldmedaillen. Doch sein Ziel waren die Olympischen Spiele. In London startete er 2012 als erster beinamputierter Sportler der Olympia-Geschichte. Pistorius galt in Südafrika damals als Nationalheld, bis zum verhängnisvollen Valentinstag 2013.

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