Devin K. soll eine Kirche gestürmt und 26 Menschen getötet haben. Foto: Getty Images

Devin K. hatte sich mehrere Waffen gekauft, obwohl er vorbestraft war. Möglicherweise geht das auf ein Versäumnis bei der amerikanischen Luftwaffe zurück.

Washington - Die Luftwaffe der USA hat wichtige Informationen über den mutmaßlichen Schützen im texanischen Sutherland Springs nicht an das FBI weitergegeben. Unterlagen eines Militärgerichts über den Tatverdächtigen, der eine kriminelle Vergangenheit hatte, wurden nicht an die Bundespolizei weitergereicht, räumte die Air Force am Montag (Ortszeit) ein. Der 26 Jahre alte Devin K. soll am Sonntag 26 Menschen in einer Kirche in Texas getötet und 20 weitere Menschen verletzt haben. Später wurde er tot in seinem Auto gefunden.

Das Militär leitete daraufhin eine Untersuchung ein. Wie Christopher Combs von der Bundespolizei sagte, hatten Datenbanken der Sicherheitsbehörden keine Hinweise darauf geliefert, dass es Devin K. verboten war, Waffen zu kaufen. Dies hätte aber bei seiner Vorstrafe der Fall sein müssen. Unterdessen verdichteten sich Hinweise auf ein familiäres Motiv des Täters.

K. griff Sohn und Partnerin an

Während des Dienstes bei der Luftwaffe wurde K. schuldig gesprochen, seine damalige Partnerin sowie ihren Sohn angegriffen zu haben. Nach den Vorfällen wurde er 2012 zu einer Haftstrafe verurteilt, zwei Jahre später schließlich aus dem Dienst entlassen. In den Gerichtsdokumenten ist unter anderem zu lesen, dass er seine Ehefrau schlug, würgte und trat. Zudem bekannte er sich schuldig, das Kind so hart geschlagen zu haben, dass er dessen Tod oder eine schwere Körperverletzung in Kauf nahm.

Richtlinien im US-Verteidigungsministerium sehen vor, dass gegen Militärangehörige verhängte Urteile an das FBI weitergeleitet werden, wenn es um Straftaten wie beispielsweise Körperverletzung geht. Die US-Bundespolizei nimmt diese Informationen dann in ihre nationale Datenbank auf. Diese Datenbank ist auch für Hintergrundüberprüfungen von Waffenkäufern wichtig. Nach Behördenangaben kaufte K. 2014 - im Jahr seiner Dienstentlassung - seine erste von vier Waffen.

Weitere Fälle werden überprüft

Als Reaktion auf die gescheiterte Weitergabe der Informationen kündigte die Air Force eine Überprüfung des Falls Devin K. an. Sprecherin Ann Stefanek sagte, auch weitere Fälle sollten untersucht werden, um die Weiterleitung an das FBI sicherzustellen.

Unterdessen wurde das mögliche Motiv für die Bluttat mit 26 Toten in einer Baptistenkirche bekannt. Dem Massaker vorausgegangen war offenbar ein Familienstreit - den Behörden zufolge schrieb K. Textnachrichten mit Drohungen an seine Schwiegermutter. Nach der Tat soll er sich das Leben genommen haben.

Trump will keine schärferen Kontrollen

Kurz nach der Massenschießerei war K. von zwei Passanten mit dem Auto verfolgt worden. Einer von ihnen war früher als Ausbilder bei der US-Waffenlobby NRA tätig. „Ich weiß, dass ich ihn getroffen habe“, sagte Stephen Willeford in einem Interview des Fernsehsenders KHBS. Als er die Schüsse des Tatverdächtigen am Sonntag gehört habe, sei er barfuß zur Kirche gerannt, um den mutmaßlichen Täter mit seinem Gewehr zu konfrontieren.

US-Präsident Donald Trump verurteilte die Tat zwar, schärferen Kontrollen bei Waffenverkäufen erteilte er aber eine Absage. Das Problem sei nicht das US-Waffenrecht, sagte er. „Wir haben eine Menge psychischer Störungen in unserem Land, wie andere Länder auch.“ Zum Glück habe in Texas noch jemand anderes ein Waffe gehabt und zurückgeschossen. Sonst hätte es viel schlimmer kommen können.

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