An schönen Wochenenden herrscht im Ortskern von Rotenberg Foto: Kuhn

Die Die Stadt will dem Verkehrschaos in Rotenberg Herr zu werden. An Wochenenden, wenn der Parkplatz auf der Egelseer Heide überfüllt ist, sollen Klappschilder im Ortskern Autofahrer von der Weiterfahrt abhalten.

Rotenberg - In sechs Wochen beginnt in Rotenberg die Freiluftsaison – zumindest für das Tiefbauamt. Von 1. Mai an ist auf der Egelseer Heide ein Mitarbeiter im Einsatz. An besucherstarken Tagen soll er die Ein- und Ausfahrt zum Parkplatz am Fuß des Naherholungsgebietes regeln. Doch wie bekommt die Stadtverwaltung das Verkehrschaos im Ort in den Griff?

Stadtplaner, Bezirksvorsteherin Dagmar Wenzel sowie Bürgerinnen und Bürger aus Rotenberg haben vor zwei Jahren dazu ein Verkehrskonzept erarbeitet. Erste Maßnahmen wurden 2018 umgesetzt. Stadtplaner Andreas Hemmerich stellte am Dienstag in der Bezirksbeiratssitzung erste Ergebnisse vor und berichtete über weitere Umsetzungen. In einer groß angelegten Aktion hat die Stadtverwaltung die Bereiche in der Württemberg-, Stettener und Markgräfler Straße in eine Parkzone umgewandelt. Entlang der Straßen wurden Parkbereiche markiert. Zuvor wurde oft wild geparkt. Jetzt dürfen Fahrzeuge nur in den eingezeichneten Bereichen abgestellt werden. Nach ersten Beschwerden hat sich die Situation eingespielt. „Es ist seitdem etwas entspannter“, bestätigen Rosemarie Hoffmann (Freie Wähler) und Klaus Hecht (SPD), die Bezirksbeiräte aus Rotenberg.

Stoßstange an Stoßstange

Dennoch geht es an rund 25 Feiertagen und Wochenenden immer noch zu wie auf einer Ameisenstraße. Stoßstange an Stoßstange schieben sich die Autos über die schmalen Sträßchen. An der Kreuzung Markgräfler-/Stettener Straße stockt der Verkehr oder kommt zum Erliegen. Deswegen sah der ursprüngliche Plan eine Sperrung an dieser neuralgischen Stelle vor. Wenn alle Parkplätze auf der Egelseer Heide belegt sind, sollte der Ausflugsverkehr über die Markgräfler Straße abgeleitet werden. Eine Abschrankung war auch in der Württembergstraße auf Höhe des Schulgebäudes vorgesehen. „Juristisch ist eine Straßensperre allerdings nur schwer durchführbar“, bedauerte Hemmerich. Die Stadtplaner mussten sich eine Alternative überlegen. Sie setzen nochmals auf die Vernunft der Autofahrer.

Hinweistafeln sollen die Autofahrer in die Schranken weisen. „In der Markgräfler- und sollen der Stettener Straße werden wir vier neue Klappschilder aufstellen. Diese werden vom Parkwächter der Egelseer Heide aufgeklappt und darauf hinweisen, dass alle Parkplätze auf der Egelseer Heide belegt sind“, erklärte Hemmerich. Dass es den gewünschten Nutzen bringt, bezweifelten die Bezirksbeiräte. „Noch mehr Schilder. Die werden doch von den Autofahrern übersehen oder ignoriert“, meinte CDU-Bezirksbeirätin Andrea Mathiasch. Klaus Hecht (SPD) wies auf die gefährliche Situation für Fußgänger im Bereich des Pfarrhauses und Rosemarie Hoffmann auf die „ungute Situation“ oberhalb des Rotenberger Weingärtles hin. „Auf dem Gehweg parken nicht nur an den heißen Wochenenden, sondern auch werktags regelmäßig Autos. Eltern mit Kindergartenkinder müssen auf die Straße ausweichen“.

Kontrolle fehlt

Verbotenerweise, betonte Hemmerich. Weil die Kontrolle aber fehlt, werden die Verkehrsplaner nun baulich gegen die Falschparker vorgehen. „Wir werden dort in Kürze anthrazitfarbenen Flex-Poller aufstellen“, verkündete Hemmerich. Mittelfristig soll diese Engstelle in der Stettener Straße und der Bereich beim Pfarrhaus allerdings in eine Mischverkehrsfläche umgestaltet werden. „In dieser Zone hätten dann Fußgänger, Auto- und Radfahrer die gleichen Rechte und sollten aufeinander Rücksicht nehmen“, erklärte Hemmerich. Ob dann dort wie in einem verkehrsberuhigten Bereich Schrittgeschwindigkeit gefahren werden muss oder wie bisher Tempo 30 angeordnet bleibt, müsste die Verkehrsbehörde noch entscheiden. Im September werde die Situation nochmals begutachtet und an den heißen und goldenen September- und Oktoberwochenenden abermals die Fahrzeuge gezählt.

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