Die Kreuzung Otto-Hirsch-Brücken/Göppinger Straße/Imweg soll zum Kreisverkehr umgebaut werden. Foto: Elke Hauptmann

Der Umbau der Kreuzung Otto-Hirsch-Brücken/Göppinger Straße/Imweg kostet rund 2,2 Millionen Euro. Über die Investition entschiedet der Gemeinderat in den Haushaltsberatungen.

Obertürkheim - Di e Beratungen zum Doppelhaushalt 2020/2021 haben begonnen. In drei Lesungen bis zum 20. Dezember wird der Gemeinderat über die städtischen Investitionen in den kommenden Jahren entscheiden. Die Obertürkheimer hoffen, dass das Gremium rund 2,2 Millionen Euro für den Umbau der Kreuzung Otto-Hirsch-Brücken/Göppinger Straße/Imweg bewilligt, damit das Vorhaben endlich umgesetzt werden kann – nach mehr als 20 Jahren Diskussion, sechs einstimmigen Bezirksbeiratsbeschlüssen, etlichen Wunschlisten und der Aufnahme in jeden Bürgerhaushalt, wie der Bezirksvorsteher Peter Beier betont.

Die Realisierung ist offen, weil die Kosten durch Umplanungen erheblich gestiegen sind: 608 000 Euro wurden vor zwei Jahren für den von der Verwaltung als dringend eingestuften Umbau der altersschwachen signalgesteuerten Kreuzung bewilligt. Mit den Arbeiten hätte ursprünglich in diesem Herbst begonnen werden sollen. Doch Anfang des Jahres stellte der Stadtplaner Andreas Hemmerich ein neues Konzept vor. Vorgesehen sind nun neben dem eigentlichen Kreisel auch Radspuren und Zebrastreifen, ein breiter Gehweg im Imweg sowie ein Grünstreifen mit vier Bäumen an der Göppinger Straße.

Dadurch verteuert sich das Projekt jedoch beträchtlich: Die Stadtverwaltung beziffert die Kosten inzwischen auf 2,173 Millionen Euro. Angesichts dieses Mehrbedarfs befürchtet der Bezirksbeirat, das Bauvorhaben könnte sich auf den Sankt Nimmerleinstag verschieben.

Mitte September verabschiedete das Gremium daher auf Initiative der Freien Wähler einstimmig einen Antrag: „Der Gemeinderat wird gebeten, die zusätzlich erforderlichen Finanzmittel im Doppelhaushalt 2020/ 2021 bereitzustellen.“ Bei einem positiven Votum könnte der Umbau im Jahr 2021 in Angriff genommen werden.

Die Chancen auf Realisierung des Kreisverkehrs stehen dennoch nicht schlecht, obgleich das Projekt wegen der hohen Kosten lediglich in der „Roten Liste“ der Stadtverwaltung enthalten ist. Denn die Fraktionen von Grünen, FDP, Freie Wähler und SPD im Gemeinderat haben Haushaltsanträge eingereicht, in denen sie die Bereitstellung der Finanzmittel für den Bau des Kreisels fordern – rechnerisch hätten sie damit eine knappe Mehrheit in der 60-köpfigen Vollversammlung.

„Die bereits beschlossene Umsetzung der Maßnahme darf nicht sinnvoller Verbesserungsplanung zum Opfer fallen“, betonen die Vorsitzenden der Grünen-Fraktion, Gabriele Nuber-Schöllhammer und Andreas Winter, in ihrem Antrag. Matthias Oechsner und Sibel Yüksel, die Vorsitzenden der FDP-Fraktion, verweisen auf die vielen Vorteile: „Der Bau von Kreisverkehren führt zu einer Verflüssigung des motorisierten Individualverkehrs, da mit weniger Stau, weniger Lärm, geringeren Wartezeiten und insgesamt mit einer geringeren Luft-und Lärmbelastung gerechnet wird.

Auch der Fußgänger- und Radverkehr profitiert von der baulichen Umgestaltung. Zudem sind die Unterhaltungskosten deutlich geringer, als bei Lichtsignalanlagen.“ Martin Körner, der Vorsitzende der SPD-Fraktion, freut sich darüber hinaus, dass die Baumbilanz der Maßnahme positiv ist. Die Freien Wähler führen einen weiteren Punkt an: „Mit dem Umbau der Kreuzung in einen Kreisverkehr wird sich zudem die Attraktivität des Obertürkheimer Ortseingangs erhöhen“, argumentiert Fraktionschef Jürgen Zeeb. Die CDU hat zwar keinen eigenen Antrag formuliert, aber in der Juli-Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik, in der die neuen Pläne vorgestellt wurden, Zustimmung signalisiert.

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