So sieht das Influenza-Virus aus. Foto: www.cdc.gov/flu//Cynthia Goldsmith

Zahlen, Symptome, Gefährlichkeit: Wir vergleichen das Influenzavirus mit dem neuartigen Coronavirus 2019-nCoV, an dem derzeit vor allem in China immer mehr Menschen erkrankt sind.

Stuttgart - Das Influenza-Virus fordert jedes Jahr auch in Deutschland viele Menschenleben, was von vielen Menschen ohne größere Besorgnis zur Kenntnis genommen wird. Beim neuartigen Coronavirus sind die Sorgen vieler Menschen derzeit ungleich größer. Aber ist das berechtigt? Unser Vergleich soll bei der Einordnung helfen.

Was sagen die Zahlen?

Grippevirus: Jedes Jahr verursachen Influenza­infektionen weltweit ungefähr 500 Millionen Erkrankungsfälle. In der aktuellen Saison gibt es bislang 4439 bestätigte Influenzafälle in Deutschland. Laut Robert-Koch-Institut werden im Verlauf von Grippewellen fünf bis 20 Prozent der Bundesbürger angesteckt. Weltweit sterben jedes Jahr zwischen 290 000 bis 650 000 Menschen an Influenza.

Coronavirus: Offiziellen chinesischen Angaben zufolge sind in China mehr als 6000 Menschen (Stand 29. Januar) infiziert und mindestens 132 an der neuartigen Lungenkrankheit gestorben. Außerhalb Chinas inklusive Hongkong sind noch keine Todesfälle gemeldet, aber rund 100 Infektionen, darunter vier in Deutschland.

Welche Symptome gibt es?

Grippevirus: Die Grippe beginnt häufig plötzlich mit Fieber, Muskel- und/oder Kopfschmerzen. Häufig kommt etwas später ein trockener Reizhusten dazu. Allerdings erkranken längst nicht alle Infizierten so typisch.

Coronavirus: Den Warnplakaten auf den Flughäfen zufolge müssen Patienten auf Husten, Fieber und Atemnot achten. Bei schwereren Verläufen ist die untere Lunge betroffen, es gibt typische Anzeichen einer von Viren verursachten Lungenentzündung.

Wie gefährlich sind die beiden Viren?

Grippevirus: Grippeviren mutieren häufig. Das führt dazu, dass sie mal mehr, mal weniger aggressiv sind. Die Zahl der Todesfälle schwankt daher stark. Todesursache ist dann meist eine bakterielle Lungenentzündung, die entsteht, nachdem Grippeviren die Lunge vorgeschädigt haben. Während der sehr heftigen Saison im Winter 2017/2018 starben hierzulande nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts 25 000 Menschen an der Grippe. Eine Pro­gnose, wie die Grippewelle in diesem Jahr verlaufen könnte, wagen Mediziner nicht. Seit Oktober 2019 gab es in Deutschland 32 Grippetote.

Coronavirus: Das ist noch nicht genau bekannt. Vieles spricht dafür, dass das neuartige Coronavirus eher moderat aggressiv ist. Legt man bei der Berechnung der Sterblichkeit das Verhältnis verstorbener zu erkrankten Patienten zugrunde, kommt man auf etwas mehr als zwei Prozent. In Wahrheit dürfte die Zahl aber weit darunter liegen, weil es vermutlich weitaus mehr Infektionsfälle gibt als bekannt. Dann könnten es sogar nur 0,1 Prozent sein. Bisherigen Angaben zufolge erkranken rund 17 Prozent der Infizierten schwer. Die tödlichen Verläufe treffen offenbar vor allem Ältere und Patienten mit einer gesundheitlichen Vorbelastung.

Wie ist die Übertragung, wie groß die Ansteckungsgefahr?

Grippevirus: Häufig Tröpfcheninfektionen, die beim Husten oder Niesen entstehen. Auch über direkten Kontakt wie Händeschütteln kann sich das Virus gut verbreiten. Die Inkubationszeit des Virus beträgt ein bis zwei Tage. Ist die Grippe ausgebrochen, ist man meist fünf bis sieben Tage lang ansteckend.

Coronavirus: Unbekannt ist bisher auch, wie groß die Ansteckungsgefahr ist. Das liegt auch daran, dass Menschen das Virus offenbar auch weitergeben können, bevor sie selbst Symptome aufweisen. Angegeben wird die Inkubationszeit mit zwei bis 14 Tagen. Die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt durch Tröpfcheninfektion, also beispielsweise durch Husten oder Niesen. Auch Schmierinfektionen – etwa über mit Viren belastete Türklinken – halten Experten für möglich.

Wie schützt man sich am besten?

Grippevirus: Der beste Schutz sind häufiges Händewaschen sowie Impfungen. Auch sollte man auf eine gesunde Lebensweise achten, die das Immunsystem stärkt.

Coronavirus: Hier gelten dieselben Regeln wie bei anderen Infektionskrankheiten auch: Abstand halten und Händewaschen sowie die Husten-Niesen-Etikette einhalten, also in die Armbeuge ­niesen und husten sowie Taschentücher benutzen.

Gibt es eine Impfung?

Grippevirus: Jährlich wird ein Impfstoff gegen die aktuell zirkulierenden Grippeviren entwickelt. Risikogruppen wie Schwangere sowie Menschen, die ein schwaches Immunsystem haben oder älter als 60 Jahre sind, sollten sich immunisieren lassen. Doch keine Impfung schützt zu 100 Prozent. Man kann dennoch an Grippe erkranken – allerdings nimmt die Erkrankung dann meist einen vergleichsweise milderen Verlauf.

Coronavirus: Bisher leider keine.

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