Verdächtiger im Freiburger Mordfall Hinweise auf Vorstrafe in Griechenland

Von Eberhard Wein 

Offenbar ist die Freiburger Studentin nicht das erste Opfer des Dreisam-Mörders gewesen. Foto: dpa
Offenbar ist die Freiburger Studentin nicht das erste Opfer des Dreisam-Mörders gewesen. Foto: dpa

Ein 17-jähriger unbegleiteter Flüchtling aus Afghanistan soll die Studentin Maria L. in Freiburg ermordet haben. Doch offenbar ist der Mann ein Wiederholungstäter.

Freiburg - D

Freiburg - er mutmaßliche Mörder der getöteten Studentin aus Freiburg soll bereits im Februar 2014 in Griechenland wegen versuchten Mordes und Raubes zu einer Haftstrafe von zehn Jahren verurteilt worden sein. Das berichtet das Magazin „Stern“ auf seiner Internetseite. Demnach könnte der Verdächtige bereits im Mai 2013 eine 20-jährige Studentin auf der Insel Korfu überfallen und eine Steilküste hinabgestoßen haben. Das Opfer habe schwer verletzt überlebt.

Die Freiburger Polizei bestätigte auf Anfrage, dass auch ihr Informationen „auf eine schwere Straftat in Griechenland“ vorlägen. Nach der Festnahme vor zehn Tagen habe es „Hinweise aus dem Umfeld des Verdächtigen gegeben, dass da möglicherweise etwas war“, sagte Michael Mächtel, der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Ein Rechtshilfeersuchen an die griechischen Behörden sei gestellt, erklärte die Polizeisprecherin Laura Riske. Dies werde voraussichtlich eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. Gegenwärtig könne man die Informationen weder bestätigen noch dementieren. Deshalb habe man den Verdacht auch nicht öffentlich gemacht, sagte die Polizeisprecherin Riske.

Der „Stern“ beruft sich auf die Aussagen zweier Flüchtlinge aus dem Nahen Osten, die auf Korfu unabhängig voneinander Kontakt zu Hussein K. gehabt haben wollen. Weitere Hinweise belegten den Verdacht. So habe der Gewalttäter von Korfu ein Tattoo in Kerzenform auf seiner rechten Brust getragen. Mit einem solchen Tattoo zeige sich auch der mutmaßliche Mörder von Freiburg auf einem Bild.

Unklar wäre in diesem Fall, warum der Mann seine Strafe in Griechenland nicht abgesessen hat. Bereits im November 2015 reiste der Verdächtige im Freiburger Mordfall illegal nach Deutschland ein. Unter dem Namen Hussein K. ließ er sich als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling aus Afghanistan registrieren.

Die Freiburger Staatsanwaltschaft überprüft nun das Alter des angeblich 17-jährigen Tatverdächtigen. Dazu habe man ein medizinisches Gutachten veranlasst, sagte der Staatsanwalt Mächtel. Sollte er mit dem Täter von Korfu identisch sein, wäre die Altersangabe in seinen Papieren in jedem Fall falsch. Schon dort war er zur Tatzeit im Mai 2013 als 17-Jähriger geführt worden.

Die griechische Polizei hegte daran übrigens massive Zweifel, sie konnte ihm aber ein höheres Alter nicht nachweisen, schreibt der „Stern“ mit Berufung auf griechische Medienberichte. Für die Strafzumessung ist das Alter von entscheidender Bedeutung: Bei Jugendlichen beträgt die Höchststrafe zehn Jahre. Bei Erwachsenen ist eine lebenslange Haft möglich. Zudem würde der Prozess dann öffentlich geführt.

Die 19-jährige Studentin war Mitte Oktober nach einer Fachschaftsparty in Freiburg auf dem Heimweg überfallen und vergewaltigt worden. Eine Spaziergängerin fand sie ertrunken in der Dreisam.

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