Die Filderhalle an der Bahnhofstraße in Leinfelden ist in die Jahre gekommen. Foto: Philipp Braitinger

Erste Schätzungen gehen von Kosten von mehr als zwölf Millionen Euro aus. Für die Bauarbeiten könnten mehrmonatige Schließungen notwendig sein.

Es ist einiges zu tun. „Da kommt ein ganz schönes Paket auf uns zu“, kündigte die Leiterin des Hochbauamts, Tanja Arnold, vor Kurzem bei einer Ausschusssitzung an. Die Liste der anstehenden Arbeiten für die Instandhaltung der Filderhalle in Leinfelden umfasst auch Arbeiten an der Lüftungsanlage und der Heizung. Ein großer Schritt zu mehr Klimaneutralität des Gebäudes ist die zukünftige Nutzung von Geothermie. Darüber hinaus stehen die Sanierung der Decke im großen Foyer sowie eine Erneuerung verschiedener Elektroinstallationen an. Im großen Saal soll die Glasfassade energetisch saniert werden. Auch der Brandschutz muss ertüchtigt werden, ebenso wie der Notstrom und die Sicherheitsbeleuchtung. Darüber hinaus ist geplant, verschiedene Räume wie die Toiletten zu renovieren. Im kleinen Saal stehen die energetische Sanierung des Dachs sowie weitere Arbeiten an.

 

In die Jahre gekommen ist auch die Tiefgarage der Filderhalle. Sie ist nicht nur undicht, es fehlt auch ein zweiter Fluchtweg. Einen Fahrstuhl von der Tiefgarage in die Filderhalle gibt es nicht. Für Rollstuhlfahrer ist die Tiefgarage damit bisher keine Option. Darüber hinaus ist das Bezahlsystem mit Schranken und einem Automaten, in welchen Kleingeld geworfen werden kann, alles andere als zeitgemäß. Allerdings könnte das Umstellen des Bezahlsystems auch mit einer Anhebung der Parkgebühren verbunden werden. Im Zuge der Sanierungsarbeiten an der Filderhalle sollen die beschriebenen Mankos der Tiefgarage angegangen werden. Neben einem Fahrstuhl und einem zweiten Fluchtweg soll es dort zukünftig ein schrankenloses Bezahlsystem geben. Mit derzeit prognostizierten 1,4 Millionen Euro verursacht die Tiefgaragensanierung einen großen Teil der Kosten.

Die ersten Arbeiten könnten noch in diesem Jahr beginnen. Im kommenden Jahr sollen dann das Dach im kleinen Saal, die Büros, die Erneuerung des Elektrohauptverteilers und der Beleuchtung im großen Saal folgen. Im Jahr 2025 würden dann die WCs ertüchtigt und die Sanierung der Tiefgarage begonnen. Im Jahr 2026 wäre die Tiefgarage dann fertig und es könnten der große Saal saniert, die Lüftungsanlage erneuert und die Heizung angepasst werden. Auch die Decke im Foyer und die Außenanlagen sollen erst 2026 gemacht werden.

Sanierungsarbeiten dauern bis 2031

Um den Betrieb der Filderhalle nicht übermäßig zu stören, sollen die Arbeiten möglichst über die Sommerferien abgewickelt werden. Allerdings wies die städtische Architektin Franziska Johannes im Technischen Ausschuss darauf hin, dass bei vielen Handwerksbetrieben nicht über die Sommerferien gearbeitet werde. Um eine mehrmonatige Teilschließung der Filderhalle werde man wohl nicht herumkommen. Die derzeitigen Pläne sehen vor, im Jahr 2026 für sechs bis acht Monate zumindest einen Teil der Filderhalle zu schließen. Die Stadt geht davon aus, dass diese Schließung mit Einnahmeausfällen in Höhe von einer halben Million Euro verbunden wäre. Insgesamt sollen sich die Sanierungsarbeiten bis ins Jahr 2031 erstrecken.

Die Zustimmung im Technischen Ausschuss verlief trotz der gewaltigen Kosten ohne große Diskussion. Einstimmig stellten sich die Stadträte hinter die Pläne der Verwaltung. Die Zeichen für eine Zustimmung im Gemeinderat kommende Woche stehen also gut. Womöglich wurden viele Fragen bereits während zweier Aufsichtsratssitzungen der Filderhalle GmbH im Mai und im Juli ausführlich beraten. Im Technischen Ausschuss sahen die Stadträte jedenfalls kaum noch weiteren Gesprächsbedarf.

Was die Stadträte umtrieb, war die Sorge vor Kostensteigerungen. Vor bösen Überraschungen während der Bauarbeiten ist die Stadt freilich nicht gefeit. „Keiner kann erahnen, wohin die Kosten driften“, gab die Hochbauamtsleiterin Arnold zu. Bekannt ist bereits, dass die Brandschutzklappen Asbest enthalten und getauscht werden müssen. Die bisherigen Kosten sind nur geschätzt. Etwas klarer sehen die Planer, wenn die Ergebnisse der ersten ausgeschriebenen Arbeiten vorliegen.

Veranstaltungen für bis zu 2250 Personen

Flächen
Im Jahr 2019 erhielt die bisherige Filderhalle einen neuen Anbau. Neben der alten Halle wurde ein neuer Multifunktionsraum mit 420 Quadratmeter gebaut. Insgesamt gibt es in der Filderhalle damit rund 3000 Quadratmeter Veranstaltungsfläche. Möglich sind Veranstaltungen für bis zu 2250 Personen.

Geschichte
Die Filderhalle wurde bereits 1958 gebaut. Seither hat sich das Gebäude allerdings stark verändert. Zwischen 1979 und 1983 erfolgte eine umfassende Modernisierung und Vergrößerung. Auch die Tiefgarage mit 150 Stellplätzen wurde damals gebaut.

Veranstaltungen
In der Filderhalle finden sowohl öffentliche als auch private Veranstaltungen wie Hochzeiten oder Geburtstage statt. Ferner laden regelmäßig Kulturveranstalter zu Theater- oder Musikvorführungen ein. Allerdings mache das laut Geschäftsführer Nils Jakoby lediglich 30 Prozent der rund 400 Veranstaltungen pro Jahr aus. 70 Prozent sind Geschäftsveranstaltungen von Unternehmen.