Wenn die Tage kürzer werden, bringt die Kunst Licht ins Leben. Von Ausstellung bis zu Ballett, vom Meisterkonzert bis zum politischem Kabarett: Wir haben 19 rote Kreuze für Sie im Stuttgarter Kulturkalender gemacht.
Der Herbst macht nicht nur die Blätter bunter. Auch das Kulturangebot zeigt sich in dieser Jahreszeit besonders vielfältig. In Stuttgart laden nach der Sommerpause die Ausstellungs-, Konzert- und Theaterbühnen mit einem breiten Angebot zum Abtauchen aus dem Alltag ein. Wir haben für Sie die herausragenden Kultur-Events gebündelt, die in Stuttgart bis zum Jahresende nicht verpasst werden wollen.
1. Staatsgalerie: „Images of the Present“
Dokumentarfotografie und reale Lebenswelten stehen im Mittelpunkt der Ausstellung „Images of the Present“; sie feiert ein Jubiläum: Seit 30 Jahren zeichnet die Wüstenrot-Stiftung in Kooperation mit dem Museum Folkwang Hochschulabsolvent:innen mit einem Förderpreis für Dokumentar-Fotografie aus – jetzt gibt die Schau „Images of Present“ einen repräsentativen Überblick über den Stand dieser Kunst in Deutschland.
12. Oktober bis 18. Februar, Staatsgalerie Stuttgart
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2. Stuttgarter Philharmoniker: Die große Reihe – Zwanziger Jahre
Mit Tanja Becker-Bender an der Geige eröffnen die Stuttgarter Philharmoniker unter Leitung von Dan Ettinger ihre Reihe zur Musik aus den 1920er Jahren. Auf dem Programm stehen Werke von Strawinksy, Bruch und Respighi.
Am 13. Oktober um 20 Uhr im Beethovensaal.
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3. Altes Schauspielhaus: „Drei Mal Leben“
Nach „Kunst“ und „Der Gott des Gemetzels“ ist im Alten Schauspielhaus ein weiteres Werk der französischen Starautorin Yasmina Reza zu erleben: „Drei Mal Leben“, inszeniert von Klaus Hemmerle, zeigt drei Variationen eines Paar-Abends, der jeweils eine andere Wendung nimmt. Ein Fest für vier Schauspieler und ihr Publikum!
Premiere am 27. Oktober im Alten Schauspielhaus, gespielt wird en suite bis einschließlich 2. Dezember
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4. Schauspiel Stuttgart: „Offene Zweierbeziehung“
Mehrfach wurden Inszenierungen von Andreas Kriegenburg zum Theatertreffen eingeladen. In Stuttgart bringt der Regisseur einen modernen Klassiker auf die Bühne: Dario Fo und Franca Rame machen in ihrer gefeierten Tragikomödie „Offene Zweierbeziehung“ das Publikum zu Anwälten im Prozess um eine scheiternde Partnerschaft. Auch in Zeiten von Online-Dating bleibt die Analyse von Liebes-Widersprüchen aktuell.
Premiere am 28. Oktober im Schauspielhaus, acht weitere Termine bis zum 28. Dezember
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5. Staatsoper Stuttgart: „Die Frau ohne Schatten“
Regisseur David Hermann platziert Richard Strauss’ Oper „Die Frau ohne Schatten“ als musikalische Dystopie in eine zukünftige Welt, in der das Leben auf der Erde nicht mehr möglich ist. Mensch-Tier-Hybridwesen weisen Auswege, für musikalische Spannung sorgt Cornelius Meister.
Premiere am 29. Oktober, fünf weitere Termine bis zum 2. Dezember im Opernhaus
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Der 27-jährige, chinesisch-amerikanische Pianist ist bekannt für seinen Gestaltungssinn und eine ausbalancierte Schönheit des Klangs. Viele Auszeichnungen belegen diese Fähigkeiten, zum Konzert nach Stuttgart bringt er Werke von Schumann, Ravel und Strawinksy mit.
Am 4. November um 20 Uhr im Mozartsaal
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7. Kabarett: Frank Lüdecke – Das Falsche muss nicht immer richtig sein
Frank Lüdecke ist einer der führenden politischen Kabarettisten in Deutschland und hat alle entsprechenden TV-Formate bespielt. Seit August 2019 ist der Träger des Deutschen Kleinkunstpreises neuer Betreiber und Künstlerischer Leiter der legendären Berliner „Stachelschweine“, dem ältesten Kabarett Berlins. Live sucht er in seinem aktuellen Programm nach den versteckten Zusammenhängen zwischen Klimaforschung, E-Scootern, Negativzinsen und Grundeinkommen – und sorgt sich um die Zukunft der Politik.
Am 4. November um 20 Uhr im Renitenztheater
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8. Stuttgarter Kammerorchester mit Lera Auerbach
Beste Gelegenheit, die seit 1991 in New York lebende, russisch-jüdische Künstlerin Lera Auerbach kennenzulernen – nämlich in drei Rollen. Sie tritt beim Konzert mit dem Stuttgarter Kammerorchester als Dirigentin, Komponistin und Solistin auf, letzteres in Mozarts d-Moll-Konzert. „Eterniday“, ihre eigene Komposition, zerstörte 2009 ein Brand mitsamt dem Flügel, auf dem das Manuskript lag. Lera Auerbach komponierte das Stück noch einmal neu.
Am 6. November um 19.30 Uhr im Mozartsaal
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9. Schauspiel Stuttgart: „Zeit wie im Fieber. Büchner Schrapnell“
Wer mitdiskutieren will über die ungleiche Verteilung von Wohlstand und Demokratieverständnis, sollte die Uraufführung von Björn SC Deigners neuem Stück „Zeit wie im Fieber“ nicht verpassen. Mit Anleihen bei Georg Büchner erzählt er von Lena und Julie, die raus aus dem Kessel, rauf auf den Hang wollen; es inszeniert Zino Wey.
Premiere am 11. November im Kammertheater, fünf weitere Aufführungen bis 3. Dezember
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10. Kabarett: Mathias Richling #2023
Zum Jahresende lässt Mathias Richling die Ampel im Dunkeln leuchten… zumindest auf der Bühne. Dass das in der Realität möglicherweise eine Illusion ist, untersucht der Stuttgarter Kabarettist in seinem neuen Programm, in dem er den Mitgliedern der Nach-Merkel-Regierung sprachlich und gestisch Kontur verleiht. Allen voran natürlich Bundeskanzler Olaf Scholz. Richling taxiert als 1 Mann-Untersuchungsausschuss das unterschiedliche Versagen von Politikern in Bezug auf die aktuellen Krisen.
Erstmals am 14. November um 20 Uhr im Renitenztheater, zu sehen bis 18. November
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11. Staatsorchester: 1. Sinfoniekonzert
Die litauische Dirigentin Giedre Slekyte ist erstmals beim Staatsorchester Stuttgart zu Gast. Unter ihrer Leitung erklingen zwei sinfonische Dichtungen: „Till Eulenspiegels lustige Streiche“ von Richard Strauss sowie Antonín Dvoráks „Die Waldtaube“. Dazwischen interpretiert die norwegische Echo-Klassik-Preisträgerin Tine Thing Helseth ein Trompetenkonzert von Mieczyslaw Weinberg. Zum Abschluss gibt es die Suite aus Béla Bartóks Tanzpantomime „Der wunderbare Mandarin“.
Am 19. November um 11 Uhr und am 20. November um 19.30 Uhr im Beethovensaal
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12. Komödie im Marquardt: „No net hudla!“
Die Vorweihnachtszeit ist an Stress nicht arm. Da kommt ein Stück mit dem Titel „No net hudla!“ gerade recht. Axel Preuß hat Anton Hamiks Schwank „Herz am rechten Fleck“ auf die schwäbische Alb verpflanzt, Monika Hirschle sorgt fürs flotte Mundwerk zweier gemütlicher Brüder, denen in diesem Volksstück Frauen und Erbschleicher ordentlich einheizen.
Premiere am 23. November in der Komödie im Marquardt, es wird en suite bis zum 14. Januar gespielt
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13. SWR Symphonieorchester: Meisterkonzert mit Sol Gabetta
Sol Gabetta und ihr Cello sind Lieblinge des Stuttgarter Konzertpublikums. Mit dem SWR-Symphonieorchester unter Leitung von Giovanni Antonini macht sie die unterschiedlichen Wege hörbar, die die Zeitgenossen Schubert und Schumann einschlugen, der erste arbeitet sich an klassischen Formen ab, der andere erfindet sie neu. Schuberts Ouvertüre im italienischen Stil und seine Sinfonie Nr. 4 c, die „Tragische“, sowie Schumanns Konzert für Violoncello und Orchester a-Moll op. 129 sind Hörmaterial.
Am 23. November um 20 Uhr im Beethovensaal
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14. Stuttgarter Ballett: „Creations XIII-XV“
Bühne frei für junge Schrittmacherinnen! Die Choreografinnen Vittoria Girelli, Samantha Lynch und Morgann Runacre-Temple bestücken den neuen Uraufführungsabend. Mit dem Trio Girelli, einer Italienerin aus der eigenen Kompanie, Lynch, einer in Oslo tätigen Australierin, und Runacre-Temple, der in London beheimateten Choreografin, zeigt sich das Stuttgarter Ballett betont feminin und international.
Premiere am 25. November im Schauspielhaus, drei weitere Vorstellungen bis zum 8. Dezember
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15. Meisterpianisten: Martha Argerich und Darío Ntaca
Gleich vier Hände tanzen hier über die Tasten. Rachmaninows Sinfonische Tänze sind ein musikalischer Leckerbissen für jedes Orchester, und auch in der Fassung, die der Komponist für Vladimir Horowitz und sich selbst einrichtete, entfaltet sich ein enormes Spektrum an Klangfarben. Wer könnte das besser darstellen als Martha Argerich und ihr argentinischer Landsmann und ebenbürtiger Partner Dario Ntaca? Auch Mozarts Andante und D-Dur Sonate für zwei Klaviere öffnete eine beeindruckende Klangvielfalt.
Am 27. November um 20 Uhr im Beethovensaal
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16. Kunstmuseum Stuttgart: „Sieh dir die Menschen an!“ – Porträts der Neuen Sachlichkeit
Demonstranten, der Architekt, die Journalistin: Hinter dem individuellen Menschen haben die Maler der Neuen Sachlichkeit gesellschaftliche Typen gesucht, heute würde man Role Models sagen. Porträts aus der Zeit der Weimarer Republik versammelt die Ausstellung „Sieh dir die Menschen an!“ im Kunstmuseum. Zu sehen sind Bilder von Künstler:innen wie Otto Dix, George Grosz, Jeanne Mammen und Hanna Nagel, die auch fragen, wie Klischees bis heute nachwirken.
Ausstellungseröffnung am 1. Dezember bei freiem Eintritt. Bis zum 14. April im Kunstmuseum
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17. Staatsoper Stuttgart: „La Fest“
Musik von Händel, Rameau, Vivaldi und Co., dazu der Tanztausendsassa Eric Gauthier am Regiepult: Was soll schiefgehen beim Opernevent „La Fest“, das sein will, was sein Titel ankündigt? Gauthiers erste Musiktheaterarbeit ist eine Reise durch die Feste eines Lebens und will ergründen, warum und wie Menschen feiern und welchen Platz Feste in verschiedenen Kulturen haben.
Premiere am 3. Dezember im Opernhaus, sechs weitere Aufführungen bis zum 31. Dezember
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18. SWR-Symphonieorchester unter Teodor Currentzis
Es gibt nicht mehr viele Gelegenheiten, Teodor Currenztis als Chefdirigenten des SWR-Symphonieorchesters zu erleben. Für die Konzerte in der Adventszeit stehen die Zeichen auf neuer Musik, es erklingen Auftragskompositionen von Philippe Manoury, Mark André, Jay Schwarz und Alexey Retinsky. Neben den Uraufführungen setzt Currentzis auf das Adagio aus Mahlers Sinfonie Nr. 10.
Am 7. und 8. Dezember um 20 Uhr im Beethovensaal
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19. Staatsorchester: 2. Sinfoniekonzert
Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott oder Horn? Mit einem Überraschungsfaktor spielt das Staatsorchester das zweite Sinfoniekonzert der Saison. Der Solist oder die Solistin in Mozarts Konzert für Blasinstrument und Orchester wird sein, wer erfolgreich aus einer Ausschreibung zur Unterstützung von Studierenden an deutschen Musikhochschulen hervorging. Außerdem auf dem Programm des von Gábor Káli geleiteten Konzerts: Franz Schuberts Ouvertüre „Rosamunde“ aus „Die Zauberharfe“.
Am 10. Dezember um 11 Uhr und am 11. Dezember um 19.30 Uhr im Beethovensaal
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