In Oeffingen wurde die Veranstaltung von Primus inter Pares abgesagt, in Ludwigsburg soll sie am Sonntag im Gasthof Krauthof stattfinden. Foto: stz

Am Sonntag soll eine Veranstaltung der Gruppe Primus inter Pares in der Gaststätte Krauthof stattfinden. Der Vortrag, bei dem offenbar krude Thesen behandelt werden sollen, sollte zunächst beim TV Oeffingen gehalten werden – der Verein sagte jedoch ab: Er wolle keine Plattform für radikale Strömungen bieten.

Die Veranstaltung der Gruppe Primus inter Pares, die am Sonntag in der Ludwigsburger Gaststätte Krauthof geplant ist, sollte offenbar zunächst im Clubhaus des TV Oeffingen (Rems-Murr-Kreis) stattfinden. Doch der Verein sagte dem Veranstalter ab, weil er „in keinem Fall eine Plattform für radikale Strömungen in unserer Gesellschaft bieten“ wolle. Gerhard E. Föll, der für Primus inter Pares über Themen wie „Asylanten als Invasoren“ oder eine angeblich geplante Vernichtung der Christen und der „weißen Rasse“ sprechen will, sagt hingegen, es gehe weder um politisch rechtes Gedankengut, noch habe sein Vortrag radikale Inhalte. Er tätige „keine einzige radikale oder rassistische Äußerung“, betont Föll.

Vielmehr mache er „die Wahrheit“ öffentlich und berichte, welch radikale Pläne so manche Politiker verfolgten. Es gehe ihm darum, die Menschen aufzuklären über das, was in der Welt im Gange sei. Schließlich hätten viele im Hamsterrad des Alltags gar keine Zeit, sich tiefergehend zu informieren. Er hingegen nutze seinen Ruhestand und recherchiere seit zehn bis 15 Jahren intensiv im Internet zu verschiedenen Themen. Im Netz habe er auch die Informationen zu seinem Vortrag am Sonntag im Krauthof gesammelt.

Föll selbst ist nicht Mitglied bei Primus inter Pares, hält aber große Stücke auf diese Gruppe. „Sie beschäftigt sich mit den gesetzlichen Zuständen in unserer Republik“, lobt er. Die Staatsschutzabteilung der Ludwigsburger Polizei ordnet die Gruppierung in die Nähe der sogenannten Reichsbürger ein. Diese behaupten, dass das Deutsche Reich bis heute fortbestehe und die Bundesrepublik kein Staat, sondern ein Unternehmen sei, bei dem die Bürger als Personal geführt würden.

Primus inter Pares hat sich offenbar bereits einige Male im Clubhaus des TV Oeffingen getroffen. Man habe nicht gewusst, um wen es sich handele, die Veranstaltungen seien stets nur auf eine Privatperson angemeldet worden, teilt der Verein mit. Allerdings habe man Nachforschungen angestellt, als das Personal bemerkt habe, dass die Treffen einen „gewissen konspirativen Touch“ gehabt hätten, berichtet Alexander Scheel vom Vorstand des Vereins. Nachdem die Gruppe auf Fragen nicht antwortete, habe man die Treffen abgesagt. Beim Krauthof hingegen zeigt man sich offen: Er vermiete jedem einen Raum, der sich anständig benehme, sagt der Inhaber.

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