Am 7. September hat das Unternehmen Richtfest gefeiert. Foto: Isabelle Butschek

Vector Informatik investiert acht Millionen Euro in ein neues Gebäude an der Motorstraße. Mal wieder. Das Unternehmen ist nämlich auf Wachstumskurs.

Weilimdorf - Um mal mit einem Gerücht aufzuräumen: Nein, wir wollen nicht das ganze WeilimdorferGewerbegebiet übernehmen“, sagte Eberhard Hinderer, der Geschäftsführer von Vector Informatik am Freitag und brachte damit seine Mitarbeiter zum Lachen. Nun, so scherzhaft die Aussage gemeint war, abwegig ist dieser Gedanke nicht.

Vor wenigen Jahren erst hat das Unternehmen einen Neubau an die Hemminger Straße gestellt und mit einer Brücke mit dem Hauptgebäude auf der anderen Seite verbunden. Am Freitag, 7. September, wurde das Richtfest für das nächste Gebäude des Software-Herstellers an der Motorstraße gefeiert – das insgesamt vierte am Standort Weilimdorf.

Dass dies möglich ist, liegt an den stetig steigenden Einnahmen von Vector Informatik. Vergangenes Jahr wurde ein Umsatz von 196 Millionen Euro erwirtschaftet. „Wir sind in der Automobilelektronik tätig, die sich weltweit sehr rasant entwickelt. Gerade in China, Korea oder Indien werden immer mehr Autos mit Assistenzsystemen gebaut – dort ist unser Geschäft stark gewachsen“, erläuterte Hinderer.

Acht Millionen Euro für den Neubau

So konnte das Unternehmen acht Millionen Euro in den Neubau investieren, der übrigens dringend notwendig ist. Denn mit dem Umsatz steigen auch die Mitarbeiterzahlen. Am Standort in Weilimdorf ist das Personal auf etwa 770 angewachsen, weltweit arbeiten 1080 Menschen für Vector Informatik.

Das hatte zur Folge, dass das bisherige Lager und die Logistik zu klein geworden sind. „Von hieraus versenden wir unsere Produkte in die ganze Welt, von Japan und Amerika abgesehen“, sagte Hinderer. Außerdem könnten mittlerweile einige Sicherheitsstandards in der Logistik nicht mehr eingehalten werden. „Wir haben Kunden im Luftfahrtbereich, bei denen es wichtig ist, dass die Lieferkette sicher ist.“

Geplant ist, dass erste Teile des Gebäudes Ende des Jahres bezogen werden können. Wenn es fertig ist, steht eine Nutzfläche von 3400 Quadratmetern zur Verfügung. Einziehen werden Kommission, Handlager, ein großes Lager im Keller sowie einige weitere Abteilungen. Eine Brücke als Verbindung wird es diesmal nicht geben. „Einen Tunnel haben wir zwar gebaut – allerdings können wir diesen nur für die EDV-Verbindung nutzen“, sagte Hinderer.

Das Treffen vor dem Wochenende hat Tradition

Sehr bedauerlich findet er, dass eine Geothermieanlage an diesem Standort nicht verwirklicht werden kann: „Wir befinden uns hier in einem Wasserschutzgebiet, deswegen war das nicht möglich.“ Und natürlich soll das neue Gebäude optisch an die anderen Vector-Häuser angeglichen werden und bekommt dieselben roten Tonziegel als Fassade. Erhalten werden soll der Teich, der vom Vorbesitzer des Grundstücks angelegt wurde. „Dort planen wir einen Biergarten für die Mitarbeiter.“

Umsehen konnten sich diese schon einmal beim Richtfest. Sich am Ende der Woche zu treffen, ist für die Vector-Mitarbeiter übrigens üblich: „Das machen wir seit der Firmengründung, dass wir freitags die Woche zusammen ausklingen lassen“, sagte Hinderer, der zusammen mit den anderen drei Eigentümern von Vector Informatik nicht nur in Form von weiteren Neubauten für eine Weiterentwicklung der Firma sorgt.

Im vergangenen Jahr wurde das Unternehmen in die Hände einer Familien- sowie einer gemeinnützigen Stiftung gelegt. „Damit wollen wir den Weiterbestand der Firma sichern und dafür sorgen, dass sie nicht an einen Großkonzern verkauft wird“, erläuterte Hinderer. Und: Das nächste Grundstück in der Nachbarschaft ist auch schon gekauft. Vector Informatik kann also weiter wachsen.

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