Vandalismus Farbbeutel-Aktion gegen Stuttgart 21

Von Klaus Eichmüller 

An der Jägerstraße landeten Farbbeutel auf einem Bürohaus und Autos.

Stuttgart - Unbekannte haben in der Nacht zum Samstag mehrere Farbbeutel auf ein Gebäude in der Jägerstraße geworfen. Dort ist in Sichtweite des Nordflügels des Hauptbahnhofs, der abgerissen werden soll, das Büro von Wolfgang Drexler, dem Sprecher des Projekts Stuttgart 21, untergebracht.

Grün, blau, weiß, rot, schwarz. Etwa zehn Farbbeutel haben Unbekannte im Hinterhof des Gebäudes Jägerstraße 2 gegen die Fensterscheiben eines Büros im ersten Stockwerk geschleudert. Ein darunter geparktes Autos wurde ebenfalls getroffen, ein zweites Fahrzeug wurde mit Farbspritzern übersät. Da beide Fahrzeuge durch DB-Logos als Bahneigentum erkennbar sind, schließt die Polizei einen Zusammenhang zwischen der Sachbeschädigung und dem Protest gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 nicht aus.

Der Schauplatz der Farbbeutelattacke liegt in einem Hinterhof. An der offenbar ständig verschlossenen Glaseingangstür zum Hof ist ein aufgesprühter Text zu lesen: "Es stimmt, dass S21 Arbeitsplätze schafft: Illegale." Auch auf dem Briefkasten haben die Unbekannten einen Text hinterlassen: "Es stimmt: S21 ist umkehrbar." Zugang zum Hinterhof hatten sich die Beutelwerfer offenbar über eine offene Parkplatzzufahrt verschafft. Nur von dort ist auch das Büro von Wolfgang Drexler zugänglich. "Diese Tür ist ab sofort bitte geschlossen zu halten", besagt ein Hinweisschild. "Bitte über Sprechanlage melden." Es herrscht ein Hauch von Bunkermentalität.

"Die Grenze ist zum wiederholten Mal überschritten", kommentiert Wolfgang Drexler am Tag nach der Farbbeutelattacke das Geschehen. "Wir können nur appellieren, dass der Protest weiterhin friedlich bleibt."

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