Marbach Tische und Liegestühle vom Bootshaus sind in der Nacht auf Dienstag in den Fluss geworfen worden. Von Christian Kempf

Marbach Tische und Liegestühle vom Bootshaus sind in der Nacht auf Dienstag in den Fluss geworfen worden. Von Christian Kempf

Gestern Morgen. 7.15 Uhr. Das Handy von Panagiotis Cherakis klingelt. So früh ruft normalerweise keiner beim Inhaber des Marbacher Bootshauses an. Also habe er sich schon gedacht, dass etwas nicht stimmt, sagt Cherakis. Sein Instinkt trog ihn nicht. Am Apparat war seine Frau, die ihm vom Neckarufer aus eine schlechte Nachricht überbrachte: In der Gaststätte hatten Vandalen zugeschlagen. Nicht zum ersten Mal, wie der Wirt berichtet. "Aber so schlimm war es noch nie."

Unbekannte hatten in der Nacht von Montag auf Dienstag Stühle, Tische und Sonnenliegen in den Neckar geworfen und vier Laternen umgeknickt. Einige Möbel konnten wieder aus dem Wasser gezogen werden. Manche davon sind allerdings nicht mehr zu benutzen. Und drei Liegestühle schipperten beispielsweise längst auf dem Neckar nach Benningen, sagt Panagiotis Cherakis mit Galgenhumor. Von den Aschenbechern, die in den Fluss geschleudert wurden, will er gar nicht groß reden. Allein der Schaden bei den Lampen betrage 3000 Euro, erklärt Polizeisprecher Peter Widenhorn. Die Stadt wird auf den Vorfall reagieren. Der Bereich werde künftig von Security-Leuten kontrolliert, kündigt der Bürgermeister Herbert Pötzsch an.

Erste Hinweise zu den Zerstörungswütigen gibt es bereits. Demnach könnte die Tat auf das Konto von Mitgliedern einer größeren Jugendgruppe gehen, wie Peter Widenhorn mitteilt. Das deckt sich mit den Informationen, die Herbert Pötzsch erhalten hat. Leute in einem Wohnwagen hätten gegen 2.30 Uhr gehört, wie draußen gegrölt wurde und es gescheppert habe. Das erfuhr der Rathauschef gestern vor Ort, als er das Ufer inspizierte. Dort soll bald der zweite Bauabschnitt zur Umgestaltung der Neckaraue beginnen.

Darauf werden sich gewiss viele Bürger freuen. Schon die erste Ausbaustufe hat für eine allseits gelobte Aufwertung des Uferbereichs gesorgt. Der Nachteil ist nur: Das haben offenbar auch Leute erkannt, die sich nicht benehmen können. Früher sei der Galgen ein Brennpunkt gewesen, sagt Panagiotis Cherakis. Nun gehe es vor dem Bootshaus rund. Mitte vergangener Woche hätten sich rund 400 Schüler an der Bucht getroffen. Auch sonst kämen hier viele junge Leute zusammen. Wobei der Chef des Biergartens dagegen nichts einzuwenden hat. Aber der Müll, der hinterlassen werde, der sei ein Problem. Schließlich müsse er den Unrat entfernen lassen.

Diese bedauerliche Entwicklung hat man auch im Rathaus registriert. Bislang sei es aber noch nicht so dramatisch gewesen, sagt Herbert Pötzsch. Nun ist für ihn jedoch eine Grenze überschritten worden, weshalb der Sicherheitsdienst mit Kontrollgängen beauftragt werde.

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