Immer mittwochs und samstags findet der Vaihinger Markt statt – auch im Winter. In der kalten Jahreszeit müssen die Händler heizen. Foto: Kratz

Die Stadt sieht sich nicht in der Pflicht. Auf dem Wochenmarkt sei alles in bester Ordnung.

Vaihingen - Mittwochs ist auf dem Vaihinger Wochenmarkt recht wenig los. „Eine Katastrophe ist das“, sagt Horst Libensky. Nicht einmal das Benzingeld hole er da wieder rein, weil er von Altensteig im Schwarzwald nach Vaihingen fahren müsse. Doch das ist es eigentlich nicht, was Horst Libensky aufregt. Die Stromversorgung ist es, über die er sich regelmäßig ärgert. Für die zahlreichen Stände reiche die Versorgung einfach nicht aus.

Einmal sei es ganz schlimm gewesen, erzählt Libensky. An einem Tag im vergangenen Winter gab es einen Kurzschluss und seine komplette elektrische Anlage war im Eimer. Damals habe sich die Stadt Stuttgart noch großzügig gezeigt und einen Teil der Kosten übernommen, berichtet Libensky, der seinen Stand gegenüber einer Gaststätte beim Rathaus hat. Doch bei den alltäglichen Querelen mit dem Strom will die Stadt nach der Meinung des Metzgereibesitzers aus dem Schwarzwald nicht groß handeln.

Besonders im Winter sind laut Libensky die Bedingungen schwierig. Die weiblichen Verkäuferinnen würden bei extremer Kälte gerne zusätzlich einen Heizofen anschließen. „Das packt die Anlage nicht“, sagt Libensky. Regelmäßige haue es da komplett die Sicherung raus. Mehrmals habe er das Marktamt und die dort zuständigen Mitarbeiter auf diese Situation hingewiesen. „Es ist eine Katastrophe“, ergänzt Libensky noch. „Ich kann aber den Mädels nicht sagen, dass sie nicht mehr heizen sollen.“ Ein weiteres Problem: Die Steckdosen seien oft verschmort. „Man konnte den Stecker gar nicht mehr rausziehen“, erzählt der Marktbeschicker.

Stadt hat gehandelt – aber nicht entschlossen genug

Einige andere Händler haben sich inzwischen selbst geholfen. Ein Gemüsehändler habe sich mit einer Ersatzsicherung versorgt. Zudem habe das Marktamt einen zuständigen Elektriker. Doch bis der vor Ort ist, sei es für die Händler oft zu spät. Aus Erfahrung weiß Libensky: „Der Tag ist dann im Eimer. Ich kann einpacken.“ Auch er hat sich nun von einem Elektriker helfen lassen, der ihm einen Starkstromverteiler gebastelt hat. Nun kann er dort seine Kabeltrommel einstecken.

Nachdem es im vergangenen Winter großes Theater wegen des Kurzschlusses gab, habe die Stadt gehandelt – aus Sicht von Libensky jedoch nicht entschlossen genug. Lediglich die total zerstörten Steckdosen habe das Marktamt austauschen lassen. Nach dem Tausch habe das Amt jedem Händler Steckdosen zugeteilt. „Das haben die ganz clever gemacht. Nun ist jeder Händler selbst verantwortlich“, sagt Libensky empört.

Bei der Stadt Stuttgart ist Lillia Judt für die Wochenmärkte in der Landeshauptstadt zuständig. Auf Nachfrage sagt die Mitarbeiterin der Märkte GmbH, die schlechte Stromversorgung auf den Wochenmärkten sei eine alte Geschichte, die längst erledigt sei. „Wir haben keine Probleme in Vaihingen“, behauptet sie. Vielleicht habe manch ein Beschicker defekte Kabel, vermutet sie. „Die Stromstation ist gewartet. Wir haben Elektriker im Haus, die sich darum kümmern, und ansonsten ist alles in Ordnung“, sagt Judt kurz angebunden.

Horst Libensky verkauft auch auf anderen Stuttgarter Märkten. Während es in Sillenbuch noch schlimmer sei, sei Stammheim hingegen gut ausgestattet. „Die haben einen neuen Stromkasten“, sagt er. Dort funktioniere alles gut. Gespannt wartet der Verkäufer aus dem Schwarzwald auf den kommenden Winter. „Da werden wir in Vaihingen wieder Probleme haben.“ Da ist Libensky sicher.

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