Die großen Rivalen Stephen Curry und LeBron James (rechts) eint ihre Meinung zu US-Präsident Donald Trump. Foto: EPA

Saisonstart in der NBA: Zwischen den besten US-Basketballern und dem Präsidenten Donald Trump herrscht Feindseligkeit – werden es die Basketballer den Footballern nachtun und auch bei der Hymne protestieren?

Stuttgart - Für Sportmannschaften ist 1600 Pennsylvania Avenue in Washington eine gute Adresse. Denn dort – im Weißen Haus – empfängt der US-Präsident Jahr für Jahr die Meister im Football, Baseball, Basketball oder auch Eishockey. Das hat eine lange Tradition. Im Basketball reicht sie bis 1963 zurück, als der aus dem Bundesstaat Massachusetts stammende John F. Kennedy „seine“ Boston Celtics zu sich ins Zentrum der Macht einlud.

Golden State Warriors wollten nicht ins Weiße Haus

Seitdem geben sich die Stars aus der US-Profiliga NBA und der Präsident öffentlichkeitswirksam die Hand. Doch 2017 markiert eine Zäsur. Die Meisterspieler der Golden State Warriors aus dem kalifornischen Oakland werden den Ausflug ins Weiße Haus auslassen. Weil sie – bewusst – mit der Zusage zögerten, lud sie der Hausherr Donald Trump vor dreieinhalb Wochen kurzerhand via Twitter keifend aus.

Seitdem herrscht zwischen dem Präsidenten und den besten Basketballern des Landes feindselige Stimmung. Dem angegriffenen und zurückgiftenden Stephen Curry (Warriors) sprang sogleich sein großer Rivale LeBron James vom Vizemeister Cleveland Cavaliers zur Seite und ging Trump an: „Du Penner (...) Die Einladung ist Weiße Haus war eine Ehre – bis du aufgetaucht bist!“ Und er sollte nicht der einzige Spieler oder Trainer bleiben, der seinen Beistand mit deutlichen Worten kundtat.

Gespannt richtet sich nun der Blick auf den Start der neuen NBA-Saison, in der die Warriors erneut als großer Favorit an den Start gehen. In der Auftaktpartie empfangen die Cleveland Cavaliers in der Nacht von diesem Dienstag auf Mittwoch die Boston Celtics. Der zurückgetretene Star Kobe Bryant hat unlängst erklärt, dass er bei der Nationalhymne in die Knie gehen würde, wenn er seine Karriere nicht beendet hätte. Aus Protest gegen Rassendiskriminierung und Polizeigewalt tun dies zahlreiche Footballspieler in den USA. Das hat eine hitzige Debatte entfacht, die Donald Trump mit seinen Twittereinlassungen verschärft hat. Die NBA hat jüngst in einer Nachricht an alle 30 Mannschaften betont, dass die Spieler während der Hymne stehen sollen und sich Strafen vorbehalten.

Dirk Nowitzki bezieht klar Stellung

Dirk Nowitzki, der deutsche Altmeister von den Dallas Mavericks, hält sich für gewöhnlich aus der Politik raus. Doch in diesem Fall ließ der 39-Jährige beim Medientag seiner Mannschaft verlauten: „Es sind enttäuschende Zeiten. Es ist eine Zeit der Spaltung, man muss zusammenhalten und die Liebe fördern.“ Punkt.

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