Die Unterführung am Wangener Marktplatz Foto: Kuhn

Die Unterführung am Wangener Marktplatz bleibt zugänglich. Weil der Tunnel unter den Stadtbahngleisen oft schmuddelig ist, sollte er geschlossen werden. Aber er wird weiter als sicherer Schulweg gebraucht.

Wangen - Die Überlegung, die Unterführung am Wangener Marktplatz zu schließen, scheint vom Tisch. Der Tunnel unterquert die Stadtbahnhaltestelle. Die Unterführung wurde in den 80er-Jahren vor allem für die Schülerinnen und Schüler angelegt, die die damals noch stärker befahrene, zweispurige Hedelfinger Straße überqueren mussten. Mittlerweile wurden Hochbahnsteige für die Stadtbahnlinien eingerichtet und die Verbindungsstraße zwischen Hedelfingen und Wangen auf eine Fahrbahn je Richtung zurückgebaut. Schulkinder und Passanten haben die Wahl: Sie können die Unterführung nutzen oder über den ampelgeregelten Überweg die Straße und die Stadtbahngleise überqueren. „Die Mehrzahl meidet den Tunnel“, weiß Bezirksvorsteherin Beate Dietrich. Sie kann das Verhalten direkt von ihrem Amtszimmer aus beobachten und auch nachvollziehen. „Die Unterführung ist relativ dunkel und leider auch oft verdreckt“, so Dietrich. Die Passanten fühlen sich unwohl. Die Unterführung wird regelmäßig gesäubert, aber von manchen auch als Toilette benutzt. Entsprechend unangenehm riecht es auch. Die Bezirksbeiräte haben in den vergangenen Jahren mehrfach versucht, die Unterführung attraktiver zu machen. So wurde der Vorschlag, sie durch Kultur zu beleben, umgesetzt. Eine Künstlergruppe hat einige Ausstellungen organisiert und beispielsweise mit einer Ausstellung und einer Installation zum Thema Kodak einen lokalen Bezug hergestellt. Doch leider wurden die Anstrengungen der Künstler nicht honoriert, sondern die Ausstellungsstücke teilweise besprüht und mutwillig zerstört. „Auch der Versuch, mit den Zerstörern einen Dialog aufzubauen, misslang“, bedauert Dietrich.

Kulturnutzung gescheitert

Die Konsequenz: Die Bezirksbeiräte schlugen vor, die Unterführung für den Fußgängerverkehr zu schließen und den Raum für Kulturveranstaltungen oder als eine Art Atelier zu nutzen. Die Idee scheiterte an technischen und baulichen Problemen. Unter anderem erschien es kompliziert, den Zugang sicher abzusperren. Bei einem Vororttermin schaute sich Baubürgermeister Peter Pätzold die Situation an. Es kam dabei die Überlegung auf, die Unterführung nicht nur zu schließen, sondern den Durchgang aus Sicherheitsgründen auch zu verfüllen. Die Stadtverwaltung wollte Pläne dazu vorlegen. Doch offensichtlich hat sie nun davon wieder Abstand genommen. „Es herrscht keine Einigkeit. Die Unterführung wird von einigen Fachleuten weiterhin als sicherer Schulweg angesehen“, sagt Dietrich. Deswegen solle die Unterführung erhalten bleiben. Sie werde sich aber dafür einsetzen, dass der Tunnel – speziell vor dem Beginn des neuen Schuljahres – nochmals gründlich gereinigt und dies auch regelmäßig wiederholt werde.

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