Marianne Kreichgauer hat in ihrem Blog kokelores.com viel zu erzählen. Und trotzdem musste sie erst dazu überredet werden, ... Foto: privat

In einer Serie stellen wir Stuttgarter und ihre Blogs vor. In diesem Teil: Marianne Kreichgauer, die eigentlich gar keinen Blog führen wollte und jetzt jeden Tag auf kokelores.com schreibt. Über Stuttgart und den Alltag mit all seinen Facetten.

Stuttgart - Marianne Kreichgauer hat eigentlich immer etwas zu erzählen. Wie sie vegan lebt, was sie an ihren zwei Katern liebt, welche Ecken von Stuttgart ihr am besten gefallen - und was ihr im Alltag zwischen diesen Dingen so alles passiert.

Kaum vorzustellen, dass sie Anfang des Jahres tatsächlich noch dazu überredet werden musste, mit ihrem Blog kokelores.com anzufangen. "Ich habe schon länger auf Facebook über meine Malerei und Gedichte geschrieben", erzählt die Stuttgarterin.

Übrigens auch dort schon unter dem Namen kokelores - der sich ableitet von Kokolores. "Das soll zum einen ein Wortspiel sein und dafür stehen, dass ich manchmal ein bisschen anders denke, quer denke. Und zum anderen gab es in meiner Jugend ein Mädchen, die kecke Lore genannt wurde - auch sie steckt in dem Namen drin."

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Eine Freundin überzeugte sie letztendlich davon, ihre Beiträge nicht nur auf Facebook zu posten, sondern auch einen eigenen Blog zu beginnen. Und gerade einmal ein halbes Jahr später schreibt Marianne Kreichgauer fast jeden Tag für ihren Blog. "Ich hätte nie gedacht, dass es so viel Spaß macht. Aber dadurch sind die Abstände zwischen den Beiträgen automatisch immer kleiner geworden." Dazu beigetragen hat sicherlich auch, dass Marianne Kreichgauer nach einer Operation für längere Zeit krankgeschrieben ist und momentan viel Zeit hat.

Gebloggt wird sogar vom Krankenbett aus

Sogar aus dem Krankenhaus schrieb sie regelmäßig Beiträge: "Eine Freundin meinte, dass sie mich ja gar nicht fragen muss, wie es mir geht, sondern einfach nur meinen Blog lesen muss." Sich damit ein Stück weit gläsern zu machen, damit hat Marianne Kreichgauer kein Problem. "Ich blogge über persönliche Dinge. Und wer das doof findet, muss es ja nicht lesen. Das bin nun mal ich."

Interessant fanden ihre Einträge übrigens auch die Mitarbeiter im Krankenhaus. "Manche haben mich dann gebeten, eine Kleinigkeit zu ändern, damit man nicht sofort erkennt, dass es sich um sie handelt", sagt Marianne Kreichgauer und lacht. Besonders freut es sie, dass es einige aus dem Krankenhaus gibt, die ihren Blog immer noch weiterlesen.

Ursprünglich sollte es sich in ihrem Blog übrigens ausschließlich um Kunst, Kitsch und Katzen drehen - unter dieser Überschrift steht kokelores.com auch immer noch. Allerdings hat sich Marianne Kreichgauer vom Thema Kunst schon mehr oder weniger verabschiedet. Dabei liegt ihr die Malerei sehr am Herzen: "Ich habe 2010 wieder damit angefangen und seitdem ist eigentlich keine Woche vergangen, in der ich nicht male", erzählt die 48-Jährige. Tipps und Techniken wollte sie eigentlich auch im Blog weitergeben, aber relativ schnell war klar, dass das nicht so viele interessiert. "Vielleicht ist Kunst doch zu speziell."

Die Begeisterung für Stuttgart spiegelt sich im Blog

Ihre zwei Kater finden dagegen immer wieder einen Platz im Blog, "und so Katzenbilder kommen in der Bloggerwelt auch immer gut an", sagt sie und lacht. Immer häufiger werden aber auch ihre Geschichten über Stuttgart. "Ich bin eigentlich Badenerin, aber nach meinem Abitur bin ich hierhergezogen. Und ich finde Stuttgart einfach toll."

An ihrer Begeisterung für die Stadt und vor allem für ihr Viertel im Stuttgarter Süden lässt sie ihre Leser nur allzu gerne teilhaben. Sie schreibt zum Beispiel über Micha's Lädle - den Kiosk um die Ecke - , über den Feuersee, über Stuttgarts schönste Plätze oder über "Die Kichererbse", den ersten veganen Laden in Stuttgart.

Ob sie alle Beiträge plant? "Nein, dazu passiert viel zu viel, dazu bin ich zu spontan und flexibel." Und so schreibt sie auch, wenn der wunderschöne Terrakotta-Blumenkasten in Scherben liegt oder sie finnische Bonbons namens Marianne mit vollem Genuss verspeist.

Nur der Urlaub bleibt eine analoge Angelegenheit

Geplant ist allerdings, dass die auf jeden Fall ihren Laptop mit in die Reha nimmt. "Da gibt es bestimmte viele spannende Geschichten, über die sich berichten lässt." Damit bricht sie auch mit einer ihrer goldenen Regeln: "Eigentlich lasse ich meinen Laptop daheim, wenn ich wegfahre. Der Urlaub soll analog bleiben." Notizen für spätere Beiträge werden trotzdem gemacht, aber ganz klassisch im Notizbuch. "Und ich finde es eigentlich auch witzig, erst danach die Fotos zu sortieren und noch einmal durchzuschauen."

Momentan wird ihr Blog zwischen 50 bis 200 Mal am Tag angeklickt, und damit ist Marianne Kreichgauer soweit auch zufrieden. Ihr Blog ist schlicht gestaltet und soll dieses Design auch behalten. "Ich plane nur, an den Reitern etwas zu ändern; aber das steht noch nicht ganz fest. Und das Grundgerüst soll auf jeden Fall bleiben."

Sicher ist sich die 48-Jährige auch darin, dass sie ihre neu entdeckte Leidenschaft fürs Bloggen so schnell nicht aufgeben wird: "Auch wenn ich nicht mehr im Krankenstand bin und nicht mehr ganz so viel Zeit habe, werde ich auf jeden Fall regelmäßig schreiben. Eigentlich habe ich nur unter Druck angefangen, und jetzt macht es wirklich richtig viel Spaß."

Sie kennen einen tollen Blog aus Stuttgart? Dann mailen Sie uns - für unsere Serie "Stuttgart bloggt" sind wir dankbar über Tipps!

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